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Mehr Polizeipräsenz wünschen sich die Gilchinger, am besten durch eine eigene Inspektion. Daraus wird wohl eher nichts.  

Bürgerversammlung in Gilching

Lauter Ruf nach mehr Polizei

Gilching - Bei der Bürgerversammlung in Gilching fordern die Bürger eine eigene Polizeistation. Vermutlich vergebens.

Wo anfangen und wo aufhören, mag sich Gilchings Bürgermeister Manfred Walter bei der Vorbereitung der Bürgerversammlung gefragt haben. Denn angesichts der Vielzahl an Projekten blieb nur eine kleine Auswahl, die er den rund 200 Bürgern am Mittwoch im Oberen Wirt in Gilching vorstellte. Das gab dann gleich auch Anlass für Kritik. „Vor zwei Jahren hatten Sie von einem Gewerbegebiet in Argelsried gesprochen. Heute ist davon nicht mehr die Rede“, sagte ein Gast und befürchtete ein Scheitern des Projekts. Dem sei ganz und gar nicht so, versicherte Walter. „Ich musste nur eine Auswahl treffen. Hätte ich alle Maßnahmen vorgestellt, die derzeit in Arbeit sind, hätte die Versammlung viel zu lange gedauert. Es ist ja eine Bürgerversammlung und deshalb sollen auch die Bürger zu Wort kommen.“ In puncto Westumgehung rechnet Walter noch im ersten Quartal 2016 mit dem Planfeststellungsbeschluss, was einer Baugenehmigung gleichkommt. Auch der Umbau des historischen Bahnhofes Gilching-Argelsried in eine Kulturstation nimmt Formen an. „Derzeit wird das Gebäude entrümpelt und entkernt“, sagte Walter. Die Versammlung wiederum forderte angesichts zunehmender Kriminalität eine eigene Polizeistation für Gilching. „Es dauert viel zu lange, bis die Polizei aus Germering kommt“, beklagte ein Gast. „Als beim Rackl Am Römerstein eingebrochen wurde, standen die drei Täter noch vor der Türe. Bis die Polizei kam, waren sie weg.“ Wenig Hoffnung machte da Germerings Polizeichef Jürgen Dreiocker: „Der Trend geht eher zu größeren Inspektionen, die ein noch größeres Gebiet und mehr Gemeinden betreuen. Gilching ist zu klein, um eine eigene Inspektion zu bekommen.“ Vorrangig jedoch bereitet vielen Bürgern der Verkehr in Gilching Probleme. Alfred Adam sind unter anderem „rücksichtslose Radfahrer“ ein Dorn im Auge. „Sie fahren wia a gsengte Sau an dir vorbei. Die meisten ham a koa Licht, so dass das net kumma siegst.“ Adam war nicht der einzige, der sich über Verkehrsrowdys auf zwei Rädern beklagte. Doch dem beizukommen, dürfte schwierig sein, bedauerte Walter. „Gegen die Unvernunft so mancher Verkehrsteilnehmer ist auch die Polizei machtlos.“ Ein Thema des Rechenschaftsberichts war die Flüchtlingsproblematik. Vorwiegend geht es um die 78 Flüchtlinge, die bereits dezentral untergebracht sind und um die 200 Asylbewerber, die ab Ende Dezember in einer Traglufthalle am Festplatz leben. „Wenn diese Menschen anerkannt sind, müssen sie diese Einrichtungen verlassen. Die Gemeinde aber ist dann verpflichtet, Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, erklärte Walter. Deshalb habe es schon intensive Gespräche mit dem Verband Wohnen gegeben. „Wir sind auf der Suche nach geeigneten Grundstücken, um darauf Mehrfamilienhäuser zu bauen. Nicht nur für Flüchtlinge, sondern grundsätzlich für sozial benachteiligte Menschen, die sich keine teure Wohnung leisten können.“ Auch Landrat Karl Roth war bei der Gilchinger Bürgerversammlung zugegen. Er stellte klar, dass mittlerweile auch der Außenbereich der Gemeinden kein Tabuthema mehr sei. „Wir wollen dort beheizbare Maschinenhallen bauen, um all die Asylbewerber unterzubringen, die noch kommen werden. Voraussichtlich wird dies für einen Zeitraum von fünf Jahren sein. Anschließend können diese Hallen für die Landwirtschaft genutzt werden.“ Roth betonte außerdem, dass dafür kurzfristig auch das Baurecht gelockert wurde, so dass der bisher streng geregelte Außenbereich für entsprechende Bauprojekte in Frage komme. Bürgermeister Walter wird im Frühjahr 2016 noch mehrere Ortsteilversammlungen einberufen. Termine sind am 2. März in Geisenbrunn, am 9. März in Neugilching und am 17. März im Gilchinger Altdorf.

ph

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