Bundespräsident Joachim Gauck war im Jahr 2011 schon einmal in der Evangelischen Akademie zu Gast, damals quasi noch als Privatier. Seine Amtszeit endet am 17. März 2017.

Evangelische Akademie

Der Präsident kommt nach Tutzing

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Tutzing - Großer Aufmarsch in Tutzing: Bundespräsident Joachim Gauck kommt am Donnerstag in die Evangelische Akademie Tutzing.

Wenn der Präsident kommt, sind alle im Einsatz. Von den Hausmeistern über das Küchenteam bis zu den Studienleitern. Alle 55 Mitarbeiter der Evangelischen Akademie werden am Donnerstag auf den Beinen sein, um den Jahresempfang auf Schloss Tutzing zu dem herausragenden gesellschaftlichen Ereignis im Landkreis zu machen. Dass es der Akademie gelungen ist, Joachim Gauck als Gast zu gewinnen, erfüllt nicht nur Akademiedirektor Udo Hahn mit Stolz.

„Das ist schon etwas Besonderes“, freut sich beispielsweise Küchenleiterin Barbara Polhuis (50), die mit ihrem Team seit Dienstag mit den Vorbereitungen fürs Büffet beschäftigt ist. „Sein Besuch ist eine große Ehre für die Akademie und auch für mich persönlich“, betont Direktor Hahn.

Vor drei Jahren hat er zum ersten Mal die Fühler in Richtung Bundespräsidialamt ausgestreckt. Nachdem es aus Berlin grundsätzlich grünes Licht gab, ging es an die Feinplanung. „Seit letztem Frühjahr hat sich dieser Termin abgezeichnet“, erklärt Hahn. Was am Donnerstag in Tutzing passiert, der Starnberger Merkur gibt den Überblick:

Der Festredner: Joachim Gauck kommt in Begleitung seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt. Für ihn ist es nicht der erste Besuch in der Evangelischen Akademie. 2011, ein Jahr vor seiner Wahl, war er Gast. „Er hat damals über das Thema Freiheit gesprochen“, sagt Hahn. „Die daraus entstandene Broschüre ,Freiheit‘ stand monatelang auf der Bestsellerliste.“ Nun ist Tutzing einer der letzten offiziellen Termine des Bundespräsidenten in Bayern.

Das Programm:Über was Gauck in seinem Festvortrag genau reden wird, steht noch nicht fest. Nach der Begrüßung durch Akademiedirektor Hahn um 19 Uhr sprechen zunächst Kultusminister Ludwig Spaenle und der evangelische Landesbischof Professor Heinrich Bedford-Strohm, ehe Gauck das Wort ergreift. Es folgt eine Gesprächrunde Hahns mit dem Bundespräsidenten und Professor Carsten Reinemann, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Für die musikalische Gestaltung sorgen Solisten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und Stipendiaten der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

Die Gäste: Etwa 400 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Kirche sind geladen. Wer genau kommt, wollte Hahn gestern noch nicht verraten. Fest steht, dass zahlreiche Gäste in der Akademie übernachten werden. Erfahrungsgemäß werden sich die letzten erst weit nach Mitternacht auf den Weg in die Zimmer beziehungsweise nach Hause machen.

Das Essen:Barbara Polhuis und ihre fünf Mitarbeiter bereiten laut Hahn „bodenständig-mediterrane“ Häppchen vor. Es gibt unter anderem drei verschiedene Sorten Gemüsequiche, Canapés mit Lachs, Tete-de-Moine-Käse und Schinken, Parmesan-Rosmarinplätzchen mit Feta, Chorizokrapfen, Rote-Bete-Rösti mit Forellenfilet sowie Hackfleischbällchen mit Kartoffelsalat. Allein dafür werden in der Küche 15 Kilo Fleisch und fünf Kilo Kartoffeln verarbeitet. Polhuis rechnet mit knapp 500 zu versorgenden Besuchern. Zu den geladenen Gästen kommen noch rund 90 weitere Personen: Sicherheitskräfte, Feuerwehr, Notarzt, Fahrer und nicht zuletzt Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks, die den Empfang für ARD-alpha aufzeichnen.

Die Sicherheit:Die zuständige Polizeiinspektion Starnberg ist mit zahlreichen Kräften in Tutzing, dazu kommt Unterstützung vom Einsatzzug aus Fürstenfeldbruck und vom Bundeskriminalamt. „Wir sind seit Dezember in Kontakt“, erklärt Starnbergs Polizeichef Bernd Matuschek, der den Einsatz in Tutzing leiten wird. Sprengstoffhunde werden noch vor Eintreffen der Gäste am Donnerstag das Gelände absuchen, auch am Seeufer werden Posten aufgestellt. Auswirkungen auf die Tutzinger Bürger dürfte der Besuch des Präsidenten aber nicht haben. „Außer einer Fahrzeugkolonne kriegen sie nichts mit“, sagt Matuschek. Der Verkehr zur Akademie wird mit Einbahnregelungen über Schlossstraße und Marienstraße geleitet.

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