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Das gläserne Bushäuschen in Meiling liegt direkt an der Straße. Die Gemeinderäte haben entschieden, einige Meter weiter links gegenüber ein zweites Häuschen zu errichten – gegen den Willen eines Anliegers.

Verkehr

Bushäuschen-Debatte bringt Gum in Rage

Seefeld - Der Seefelder Gemeinderat hat sich gegen den Willen eines Anliegers für den Standort eines weiteren Bushäuschens am Dellinger Weg in Meiling entschieden.

Eigentlich ist Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum ein friedfertiger Mensch. Umso stärker fällt es auf, wenn ihm mal der Hut hochgeht. Zuletzt geschehen in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Der Grund: Die Diskussion um ein zweites Schulbushäuschen in Meiling.

„Das ist so eine Posse. Das ist das letzte Mal, dass wir darüber reden!“, schimpfte Gum schon los, bevor die Verwaltung überhaupt den Sachverhalt dargelegt hatte. Wie berichtet, möchte die Gemeinde ein zweites Bushäuschen in Meiling errichten, weil das andere für kleinere Schulkinder ungünstig liegt. Es ist schlecht einsehbar, die Kinder treten aus dem Häuschen direkt auf die Straße. Gemeinde und Polizei hatten daraufhin einen weiteren Standort an der Einfahrt zum Dellinger Weg für geeignet befunden. Die größeren Schulkinder, die vom Bus aus Richtung Steinebach abgeholt werden, könnten weiter gegenüber der Kirche warten. Die kleineren aber wären an der zweiten Haltestelle am Dellinger Weg schräg gegenüber besser aufgehoben. Der Bus würde dort drehen und nach Seefeld zurückfahren. Der Grund gehört bereits der Gemeinde.

Dem Besitzer eines Mietshauses an dieser Stelle gefällt das nicht. „Er sieht einen Nachteil, weil direkt vor der Haustür seiner Mieter die Schulkinder stehen“, sagte Gum und konnte seinen Zorn nicht verbergen. Der Grundbesitzer hatte zwar Alternativen vorgeschlagen – diese wären jedoch allesamt mit Baumaßnahmen verbunden, und sie liegen verkehrspolizeilich betrachtet weniger günstig. „Das ist eine schreckliche Diskussion. Es geht doch um die eigenen, die Meilinger Kinder. Und der Biergarten gegenüber ist doch viel lauter“, tobte Gum. Auch Evelyn Villing (Grüne) fand die Debatte beklemmend: „Das finde ich sehr traurig, dass man das derart diskutiert.“ Peter Schlecht (FWG) warnte jedoch vor einer rigorosen Entscheidung: „Das ist nicht gut für den Frieden im Ort.“ Gum sah das pragmatischer: „Dass die Gemeinde Baumaßnahmen zahlt, weil jemand die Kinder von seiner Haustür weghaben will, kann ich nicht akzeptieren.“

Gegen die Stimmen von Schlecht und Johann Dreyer (CSU) entschied sich das Gremium für die zweite Haltestelle an der Einfahrt zum Dellinger Weg. Wie die Meilinger das finden, kann sich Gum heute Abend persönlich anhören: Um 20 Uhr beginnt im Feuerwehrhaus die Bürgerversammlung. 

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