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Baustellentermin mit Alexandra Heckl, Doris Schneider, Sebastian Etzel und Dr. Brigitte Kössinger (v.l.)

Neues Marienstift

Das Personal bestimmt den Einzugstermin

Das alte Marienstift ist längst Geschichte. Das neue Pflege- und Wohnheim für Senioren ist in Gauting im Bau und liegt gut in der  Zeitplanung.

Gauting – Ältere Herrschaften, aber auch Gautinger der mittleren Generation drücken sich am Bauzaun vor dem Neubau des Caritas-Pflegeheims Marienstift an der Schulstraße schon die Nase platt. Läuft alles nach Plan, sollen der Hauptkomplex mit 51 vollstationären Pflegeplätzen sowie die beiden Punkthäuser mit 47 Senioren-Appartements für Betreutes Wohnen heuer im November bezogen werden. Das erklärte die für die Caritas-Altenheime zuständige Geschäftsführerin Doris Schneider bei der Vorstellung des künftigen Heimleiters, Pflegemanager Sebastian Etzel (35).

„Gautinger Senioren sitzen schon auf gepackten Koffern“, sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger bei dem Pressetermin auf der Baustelle. Nachdem das Anfang der 1970er-Jahre errichtete Caritas-Altenheim Marienstift Ende 2013 geschlossen worden war, sei der Andrang auf Pflegeplätze und seniorengerechtes Wohnen groß. „Wir haben 256 Anmeldungen für die Pflegestation und für Betreutes Wohnen“, bestätigte Caritas-Geschäftsführerin Schneider.

Ein kräftiger Föhnwind fegte über die Baustelle und ließ die Abdeckplanen im Wind knattern. Der Innenausbau im neuen Marienstift läuft auf Hochtouren. Rund 17 Millionen Euro investiert die Caritas in die Gautinger Senioren-Anlage. Da die Baubranche momentan boome, rechnet Schneider mit der Fertigstellung für den Spätherbst: „Wir sind gut im Zeitplan.“ Doch ein genaues Eröffnungsdatum gibt es noch nicht. „Ob wir alle 51 vollstationären Plätze gleich belegen können, hängt letztlich vom Personal ab“, begründete die Geschäftsführerin das Unabwägbare. „Wir akquirieren schon auf der ganzen Welt“, sagte sie mit Hinweis auf den akuten Pflegekraftnotstand hierzulande. 50 Fachkräfte mit Deutsch-Niveau eins habe die Caritas aktuell auf den Philippinen geworben und weitergebildet.

„In Sankt Gisela Gräfelfing machen wir schon Hausführungen für Gautinger“, berichtete Schneider. Denn das hiesige Marienstift werde ähnlich strukturiert. „Momentan absolviere ich in Gräfelfing ein Trainings-Programm und lerne die Grundzüge“, sagte Sebastian Etzel (35). Der künftige Leiter des Marienstifts ist studierter Pflegemanager, Absolvent der katholischen Stiftungsfachhochschule München, Anästhesie-Intensiv-Pfleger und brennt für seinen Beruf. „Von Mitarbeitern, Bewohnern und ihren Angehörigen bekommt man auch viel zurück“, sagte Etzel. „Ich werde mich in Gauting voll reinhängen“, versicherte der 35-jährige Münchner. Dass der Pflegemanager mit der S-Bahn nach Gauting kommen werde, freut die Bürgermeisterin: Das Marienstift liege so zentral in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten, Apotheke, Ärzten, Restaurants, Bosco-Bürger- und Kulturzentrum, Gemeindebücherei und Bahnhof, dass auch die künftigen Bewohner kein Auto benötigten.

Dringend gesucht werden nicht nur Pflegefachkräfte, sondern auch Alltagsbegleiter, die Demenzkranke betreuen, sowie Mitarbeiterinnen in der Hauswirtschaft. Roboter setze die Caritas allenfalls beim Materialtransport ein, blickt Schneider skeptisch auf den neuesten Hype. Schließlich gehe es um die Pflege von Menschen.

Von Christine Cless-Wesle

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