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CSU-Grande-Dame wird 80

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Ingrid Frömming
feiert heute in Herrsching ihren 80. Geburtstag. Foto: Singer
Ingrid Frömming feiert heute in Herrsching ihren 80. Geburtstag. Foto: Singer

Herrsching - Wenn im Landkreis Starnberg von einer Grande Dame die Rede ist, ist mit Sicherheit „Frau“ Ingrid Frömming gemeint. Frau Frömming feiert an diesem Montag 80. Geburtstag.

Auf die Anrede Frau legt die gebürtige Ostpreußin großen Wert. Nicht, weil sie eitel ist, doch in ihrer ursprünglichen Heimat gehörte diese Titulierung zum Namen dazu wie etwa Baronin oder Freifrau. Am heutigen Montag feiert die einstige CSU-Kreisvorsitzende, Kreisrätin, Gemeinderätin, Bezirksrätin und stellvertretende Landrätin ihren 80. Geburtstag.

Zu Hause ist Frau Frömming heute in Herrsching. Nach dem Tod ihres Mannes verkaufte sie zwar ihr geräumiges Haus und zog noch einmal um nach Breitbrunn. Doch nur für kurze Zeit. Die Familie und Freunde waren ihr einfach zu weit weg, und auch zum Einkaufen musste stets das Auto benutzt werden. „Meine Sehnsucht nach Herrsching war größer, als mein Wunsch nach Ruhe“, begründete sie damals ihre Rückkehr in die Ammerseemetropole.

Als sie im Oktober 2003 als letztes ihr öffentliches Amt als Bezirksrätin abgegeben hatte, sagte sie: „Jetzt genieße ich nur noch die grenzenlose Freiheit, die ich bisher weder privat noch als Politikerin jemals gehabt habe.“ Einzig den Vorsitz des von ihr im Jahr 1998 mit gegründeten Freundeskreis Krankenhaus Seefeld hat sie beibehalten. Und sie kümmert sich rührend darum, dass auch reichlich Spenden für Extras eingehen.

Rückblickend kann sich Frau Frömming auf die Fahne schreiben, dass sie als erste weibliche Kreisvorsitzende überhaupt die CSU auf kommunaler Ebene weit nach vorne gebracht hat. Gleichwohl trüben zwei Wermutstropfen die politische Karriere. Zum einen gab es da den einstigen CSU-Ortsvorsitzenden Klaus Gröber, das Enfant terrible aus Berg. Sie hielt ihm als einzige die Treue, obwohl er wegen diverser Affären - unter anderem wegen einer nicht öffentlich gemachten Spendenannahme in Höhe von 100 000 Mark durch Siegfried Genz - sogar von der Partei ausgeschlossen werden sollte. Zum anderen gab es da eine Luitgard Plößl-Neuger, die entgegen ihrer Empfehlung zur Nachfolgerin Frau Frömmings gewählt wurde. „Ich hielt die Frau einfach nicht für fähig, so einen großen Kreisverband zu leiten.“ Das hat sich nachträglich bestätigt.

Doch dies alles liegt Jahre zurück. Zu ihrem Geburtstag wünscht sich die Dreifach-Mutter und Großmutter eine Reise in ihre alte Wahlheimat Südafrika. Und was sagt der Hadorfer Fastenprediger und CSU-Kreisrat Helmut Wagner über die langjährige politische Weggefährtin? „I hobs immer gern ghabt und auch sehr geschätzt. Denn wen Frau Frömming mal ins Herz geschlossen hatte, den stand sie loyal gegenüber, egal auch was er anstellte. Wie eine Mutter halt ihre Kinder liebt.“

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