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„Das war wie im Krimi“

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Spektakuläre Szenen spielten sich am Freitag in Stockdorf ab, als ein Mann die Sparkassenfiliale überfallen hatte und anschließend auf der Flucht von einem Wirt überwältigt worden war. Anni Kilger hatte alles beobachtet. © Foto: cc

Stockdorf - Ein Raubüberfall mit spektakulärer Verfolgungsjagd ereignete sich am Freitag in Stockdorf. Die Geschehnisse wird Anni Kilger (79) wohl nie vergessen, sie beobachtete den Vorfall hautnah. Im Starnberger Merkur berichtet sie davon.

„Ich wollte eigentlich zur Kirche“, erzählt die Stockdorferin. Denn es war Frauenmesse in St. Vitus. Anni Kilger nahm den Fußweg über die Würm. Schon von Weitem hörte sie auf dem Bennosteg das Geräusch einer Rauferei. Sie habe dann gesehen, dass ein Stockdorfer Gastronom mit einem schwarz gekleideten Mann gekämpft habe. „Jemand schreit, und ich seh’ wie einer in den Zaun gedrückt wird“, erzählt die 79-Jährige. „Ich erschieß’ dich!“, habe der Täter geschrieen. Der Wirt habe geblutet.  „Hilf’ mir, hilf’ mir, Kilgerin“, habe der bedrohte Stockdorfer Wirt gerufen, erzählt seine Nachbarin. Doch sie habe ja noch nicht einmal ein Handy. „Das war wie im Krimi“, sagt Anni Kilger.

„Ich habe ,Polizei‘ geschrien. Und dann kam schon jemand mit dem Handy.“ Ein Ehepaar habe ebenfalls eingegriffen. „Die Frau kann Judo. Die traute sich hinzulangen. Und der Mann auch“, so die 79-Jährige. Auf dem Holzsteg sah die Augenzeugin schließlich auch Polizeibeamte: „Die hatten den Räuber in der Reißen“, hielten den Kopf des Täters übers Steg-Geländer.

Sie selbst habe auf dem Bennosteg nur wenig ausrichten können, denn sie sei ja nur „ein Krischperl“, sagt sie, aber: „Angst habe ich keine gehabt.“ Dann lacht die 79-Jährige: Als der Täter bereits in Polizeigewahrsam war, fand sie beim Bennosteg nämlich die verstreuten, geraubten 500-Euro-Scheine. „Die müssen dem Bankräuber rausgefallen sein, als er merkte, dass er verfolgt wird und aus seinem Auto stieg.“ Für Anni Kilger war klar: „Das Geld habe ich der Polizei übergeben. Da standen mindestens fünf Einsatzwagen.“

Übrigens: In die Messe ging die Stockdorferin dann doch noch, denn: „Das ist ja gut ausgegangen.“

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