Das Sams unter Frauen: Jeder Punkt steht für einen Wunsch, ist keiner mehr da – verschwindet auch das Sams. Foto: Jaksch

Jugendtheater der Kolpingbühne Starnberg

"Das Sams" begeistert junges Publikum

Starnberg - Fantastisch versponnen und viele Talente: Das Jugendtheater der Kolpingbühne Starnberg findet mit „Das Sams“ ein Paradestück für sein spielfreudiges Ensemble.

„Mama, warum hat der Mann so eine rote Nase?“ Wer kennt nicht diesen Moment, an dem der Nachwuchs hinausschreit, was er gerade denkt? Freilich hat auch jeder Erwachsene die Szene verhalten verfolgt und sich seine Gedanken über besagten Herrn gemacht. Etwas gesagt hat keiner. Außer dem kleinen Mädchen mit den riesigen, neugierigen Augen und dem unbeschwerten Gemüt. Wohl ist die Szene frei erfunden, aber sie könnte sich so oder so ähnlich und gerade jetzt irgendwo auf der Welt abspielen. So ist es auch bei „Das Sams“ von Paul Maar, mit dem das Jugendtheater der Kolpingbühne Starnberg am Samstag Premiere feierte. 200 Zuschauer im Durchschnittsalter zwischen sechs und zehn Jahren freuten sich über „Eine Woche voller SAMStage“ unter der Regie von Barbara Schwab und Manfred Stark.

Im Katholischen Pfarrzentrum St. Maria herrschte aufgeregtes Stühlerücken. Kichernd hüpften Kinder auf und ab und plapperten munter darauf los. Ein paar Programme schwebten als Papierflieger in die vorderen Reihen. Bis Herr Taschenbier (abwechselnd gespielt von Benedikt Habdank, Julian Ruppert und Lukas Beer) auf der Bühne auftauchte, der zusammengesunken in seinem Zimmer saß, während seine Wirtin Frau Rotkohl (Marina Götz und Sandra Nuißl) aggressiv den Boden fegte. Herr Taschenbier hatte eine eigenartige Woche, so der Erzähler Gregor Danzeisen. Am Sonntag schien die Sonne, am Montag kam Herr Mohn zu Besuch, am Dienstag hatte er Dienst, am Mittwoch war die Wochenmitte, am Donnerstag donnerte es und am Freitag... „da hat er frei“, krähte ein kleiner Zuschauer. Sie alle wussten längst, dass am Samstag das Sams (Anne Reichert, Sophie Fährmann und Steffi Gschrei) kam, und trotzdem saßen sie in gespannter Erwartung da und lachten schallend über Szenen, die sie eigentlich in- und auswendig kannten.

Etwa wenn die Verkäuferin (Isabell Nuißl) das Sams mit Majestät anredete. Sie hatte leichtsinnigerweise gesagt, der Kunde sei hier König. Und das Sams nimmt jedes Wort ausgesprochen ernst. Oder als ein Feueralarm durch das Kaufhaus schrillt und zwar nur, weil der Abteilungsleiter (Henning Heyen) versicherte, der Anzug sei „brandneu“.

Herrn Taschenbier war das Wesen mit der Rüsselnase und den blauen Flecken im Gesicht anfangs sehr unangenehm. Vor allem, weil es nicht davon abließ, ihn „Papa“ zu rufen. Dass aus dem ängstlichen Papa im Laufe der Geschichte ein selbstbewusster Mann wird, wussten alle im Saal. Selbstbewusst dürfen aber auch die 26 Darsteller sein, die mit diesem wunderbaren Auftakt beachtliches schauspielerisches Talent bewiesen, mit dem sie den kleinen und großen Zuschauern Begeisterungsstürme und Lachsalven abluchsten. (Michèle Kirner)

Weitere Aufführungen gibt es am 29./30. März ab jeweils 15 Uhr im Pfarrzentrum St. Maria. Für die Sondervorstellung am 28. März (17 Uhr) können auch noch Karten reserviert werden.

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