Polizeistatistik

Unfallzahlen am Starnberger See steigen

Starnberg - Die Zahl der Verkehrsunfälle am nördlichen Starnberger See ist 2015 deutlich gestiegen. Besorgniserregend ist das nicht, denn die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Einige Auffälligkeiten in der Statistik der Polizeiinspektion gibt es aber dann doch.

Die Antwort auf die Frage nach der Ursache der meisten Unfälle im Bereich der Polizeiinspektion Starnberg lautet 49. Diese Ziffern sind nämlich die Kennzahl in der Polizeistatistik für „Ursache unklar“. In fast der Hälfte der Fälle lässt sich die genaue Ursache nicht exakt ermitteln – etwa, warum nun jemand den Außenspiegel eines geparkten Wagens abgefahren hat. Mit den Unfallzahlen hat im Jahr 2015 auch die 49 zugenommen, bei vielen anderen Ursachen gab es Rückgänge.

2122 Unfälle gab es nach den Zahlen von Johannes Bauer, Verkehrssachbearbeiter der Starnberger Inspektion. Das sind 203 oder 10,57 Prozent mehr als 2014. Schwankungen sind dabei völlig normal, 2014 etwa gab es weniger Unfälle als 2013. Der Wert des vorigen Jahres ist allerdings der höchste seit 2005, worin sich auch die Zunahme des Verkehrs widerspiegelt. Die Zahl der Todesopfer lag bei fünf, mehr als im Vorjahr – die der Unfälle mit Verletzten wuchs ebenfalls leicht um 0,82 Prozent. Es gab aber mit 284 weniger Verletzte als 2014. 1249 der Unfälle waren so genannte Kleinunfälle, also Parkrempler und dergleichen. Das sind 17,83 Prozent mehr. Wildunfälle stiegen um fast 33 Prozent.

Hauptunfallursachen sind weiter Fehler beim Abbiegen und Wenden (21,88 Prozent, leichter Rückgang) und Fehler beim Überholen und Vorbeifahren (13,51 Prozent, leichter Rückgang). Vorfahrtsverletzungen waren in 7,33 Prozent der Fälle Ursache, Alkohol in 1,60 Prozent. Bei Letzteren gab es Bauer zufolge einen deutlichen Rückgang von 21 auf 17, bei denen acht Menschen verletzt wurden. Das sei, sagte er, auch eine Folge der Kontrollen. Eine Steigerung gab es hingegen bei Geschwindigkeit als Unfallursache, wobei Bauer klarstellt: „Wenn jemand sagt, dass bei uns viel gerast wird, stimmt das einfach nicht.“ 57 Unfälle hatten diesen Grund, 7,54 Prozent mehr als 2014. Die Zahl der Verletzten bei Tempo-Unfällen ist gestiegen, jedoch gab es anders als im Vorjahr kein Todesopfer zu beklagen. Übrigens: 63-mal stoppten Polizisten in Starnberg, Berg, Tutzing, Feldafing und Pöcking einen angetrunkenen Autofahrer während der Fahrt. Die meisten gingen danach eine Weile zu Fuß.

Schwerpunkte gibt es derzeit nicht

Regelrechte Unfallschwerpunkte gibt es nach Einschätzung Bauers nicht mehr. Am Kreisel Maxhof hat sich seit der Umstellung auf eine einspurige Einfahrt – wie sie die Polizei schon immer befürwortet hatte – keine Zusammenstöße beim Ein- oder Ausfahren aus dem Rondell mehr. Was passiert, wenn 2018 die Starnberger Westumfahrung freigegeben wird und dann der Kreisel eigentlich wieder zweispurig sein soll, kann Bauer nicht abschätzen. An der Westumfahrung rechnet der Verkehrssachbearbeiter mit Unfällen – Wildunfällen.

Steigend sind die Zahlen bei Radlunfällen. 82 gab es und damit 2,5 Prozent mehr als 2014 – allerdings mit 88 Verletzten (2014: 79). Zusammenstöße mit einem zweiten Fahrzeug sind dabei eher die Ausnahme, meistens sind es schwere Stürze aufgrund von Fahrfehlern – daher die vielen Verletzten. Im Schnitt einmal im Monat prallen ein Radler und Fußgänger zusammen; auch, weil die Gehwege oft schmal seien, auf denen ein erwachsener Radfahrer aber sowieso nichts verloren habe. Elektrisch angetriebene Pedelecs werden ein Problem, weil sie schneller sind als Räder – was Autofahrer bisweilen nicht erwarten – und kaum zu hören sind. Fast zehn Unfälle mit ihnen gab es 2015.

Bei den Unfällen entstand voriges Jahr ein Schaden von mehr als drei Millionen Euro – Parkrempler nicht mitgerechnet.

Rubriklistenbild: © ike, dpa

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