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„Sparen Sie nicht an den Möbeln – sparen Sie an der Kaution“: Mit diesem Slogan wirbt die Deutsche Kautionskasse für ihr Geschäftsmodell.

Allianz wird in Starnberg aktiv

Für Mieter gibt es eine Alternative zu Kautionen – eine Bürgschaftsform. Einer der Anbieter ist die Deutsche Kautionskasse in Starnberg. Sie bekommt nun einen mächtigen Partner: den Allianz-Konzern.

Eine neue Wohnung kann einen finanziell ganz schön beuteln: Hohe Mieten, teure Umzüge, schließlich bis zu drei Monatsmieten Kaution. Aber zumindest für die gibt es auch eine andere Möglichkeit – eine Mietkautionsversicherung. Einer der Anbieter sitzt in Starnberg: die Deutsche Kautionskasse AG. Und sie hat sich gerade mächtige Unterstützung geholt: Die Versicherungsgesellschaft Allianz wird Partner des Starnberger Unternehmens.

Zusammen mit dem großem Konzern will die Deutsche Kautionskasse von Starnberg aus den Markt aufrollen. Einen „Riesenmarkt“, sagt ihr Vorstandssprecher Christian Sili. Jahr für Jahr ziehen hierzulande zwei Millionen Menschen um: „Wenn wir zehn Prozent davon bekommen, ist das nicht verkehrt.“

Das 2008 in Starnberg gegründete Unternehmen, heute im Eigentum der österreichischen Unternehmerfamilie Dr. Ertl, gilt als einer der Pioniere in diesem Markt. Dennoch hat sich diese Kautionsform als Alternative zu Barkautionen, Bankbürgschaften oder Krediten in Deutschland bisher erst mäßig durchgesetzt. In der Schweiz ist sie mehr verbreitet.

Es handelt sich eher um eine Bürgschaft als eine Versicherung. Besteht ein Vermieter nach Auszug des Mieters auf der Kaution, wird sie ihm ausgezahlt. Der Mieter muss sie also nicht von vornherein als Sicherheit hinterlegen, wenn der Vermieter einverstanden ist. Kostenpunkt für den Mieter: 4,7 Prozent jährlich – viel weniger als früher. Die Bedingungen sind geändert worden.

25 Milliarden Euro sollen in Deutschland auf Mietkautionskonten liegen. „Quasi unverzinst“, sagt Sili angesichts der geringen Zinsen. Aber die immerhin gibt es, während für eine Mietkautionsversicherung 4,7 Prozent im Jahr bezahlt werden müssen. „Immer noch günstiger als Dispozinsen“, sagt Sili. Es ist also ein Rechenexempel, was sinnvoller ist.

Die Kautionszusage gebe es schnell, versichert Sili. Den Antrag kann man online ausfüllen. Den Vermietern wird im Anspruchsfall volle Kautionszahlung zugesichert. Vom Mieter wird sie dann zurückgeholt. Nach Silis Angaben kommt es aber eher selten vor, dass Vermieter die Kaution nach Auszug eines Mieters verlangen.

Die Kautionskasse wickelt ihr Neugeschäft künftig nur mit der Allianz ab. Die Verbindungen mit ihren bisherigen Versicherungspartnern bestehen trotzdem weiter, denn über sie laufen die Altbestände. Es handelte sich früher um die amerikanische AIG, dann die Basler Versicherungen. Für gewerbliche Mietkautionen ist die genossenschaftliche R+V-Versicherung Partner der Deutschen Kautionskasse.

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