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"Die Prognose war schlecht"

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Hechendorf - „Ich ärgere mich selber.“ Offen hat der Baumgutachter Andreas Detter gestern eingeräumt, dass der Pilzbefall des Hechendorfer Maibaums nicht so schwer war, wie gedacht.

Der Pilsenseer Maibaum- und Burschenverein hatte den Experten vom Ingenieurbüro „Tree-Consult - Brudi und Partner“ in Gauting um ein zweites Gutachten gebeten, nachdem ein von der Gemeinde beauftragter Fachmann bereits zuvor die Fällung des Maibaums empfohlen hatte. Wie berichtet, war der Maibaum von zwei Gutachtern überprüft und gefällt worden. Bei näherem Zusehen hatte sich gezeigt, dass sich der Pilz nur im Zentimeterbereich in den Baum gefressen hatte.

Was Detter im Herbst 2010 an dem Baum entdeckte, gefiel ihm gar nicht. In etwa 25 Meter Höhe hatte sich an einer Stelle der so genannte Zaunblättling eingenistet. „Ein Riss führte in das Innere des Baums, wir entdeckten lokal eine relativ kleine Fäulnis.“ Bei derartigen Diagnosen muss sich Detter auf die Literatur und die Erfahrungen mit diesem aggressiven Pilz verlassen. „Ein toter Baum kann dem Pilz nicht viel entgegen setzen. Eine Prognose war sehr schwierig.“ Ein Schwingungstest zeigte schließlich noch, dass der Pilz an einer Stelle saß, an der eine hohe Biegungsbelastung vorherrscht. „Wir müssen in die Zukunft schauen. Die Prognose war schlecht - und ich trug die Verantwortung“, sagt er. „Unsere Erfahrung ist, dass es rasch geht, wenn dieser Pilz den Baum befallen hat und dieser der Witterung ausgesetzt ist.“ Dass der Befall im Falle Hechendorf so harmlos war, hätte man nur über mehrere Bohrungen erkennen können, „verbunden mit hohen Kosten und nachteiligem Effekt für den Fortschritt der Fäulnis“. In einem anderen Fall im Landkreis sei ebenfalls ein Maibaum gefällt worden - dieser sei nach gleicher Diagnose viel stärker angegriffen gewesen als der Hechendorfer Baum.

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