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Die drei Organisatoren und Mitwirkenden des Jubiläums im Dießener Marienmünster: Pfarrgemeinderatsvorsitzender Volker Bippus, Kirchenpflegerin Barbara Mann und Pfarrer Josef Kirchensteiner.

Marienmünster Dießen

Drei gute Gründe für ein großes Kirchenfest

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Es gibt mehrere Gründe, das 280. Weihefest des Dießener Marienmünsters groß zu feiern. Pfarrer Josej Kirchensteiner nennt drei.

Dießen – Pfarrer Josef Kirchensteiner gerät ins Schwärmen, wenn er von seiner Kirche spricht, dem Marienmünster in Dießen. „Eine der schönsten Kirchen, die es gibt“, sagt er. Ihre Geschichte reicht nun schon 280 Jahre zurück. Deshalb wird der Jahrestag der Weihe, das ist der 7. September, heuer zu einem Fest. Kirchensteiner hat drei gute Gründe, groß zu feiern, auch wenn es kein Jubiläum im klassischen Sinne ist.

Als Klosterkirche des Augustiner Chorherrenstiftes wurde die Dießener Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt auf dem Grundriss eines bereits 1720 begonnenen Kirchenneubaus errichtet. Unter der Ägide von Propst Herculan Karg entstand das heutige Münster ab 1732. Damit ist der erste Grund für das Jubiläumsfest bereits genannt: Herculan Karg.

Kirchensteiner, der seit seiner Einführung als Pfarrer im Jahr 2015 tief in die Geschichte „seiner“ Kirche eingetaucht ist, ist ein Bewunderer Kargs. „Das war ein Kunstkenner, ein Experte“, schwärmt der Pfarrer, „darum will ich ihm ein Denkmal setzen.“ In Zeiten, in denen jeder seinen eigenen Weg gehe, habe Karg seiner Zeit weit voraus dem europäisches Miteinander ein bleibdendes Zeichen gesetzt. Künstler aus ganz Europa habe er harmonisch zusammengeführt. „Das sieht man, wenn man die Kirche betritt. Man denkt, das Marienmünster ist aus einer Hand.“ Das „dialogische Konzept“ sei bemerkenswert. Es spiegele sich in der gesamten Kirche wider. Und weil dies so ist, lässt Kirchensteiner Karg aufleben. „Zum Jubiläum kommt er uns noch einmal besuchen“, sagt er mit verschmitztem Blick.

Erst 1989 zum Münster erhoben, sei die Pfarrkirche auch ein Sehnsuchtsort, eine Oase. „Sie zeigt uns den Weg in den Himmel, in den Dießener Himmel“, erklärt Kirchensteiner, der gerne selbst Führungen leitet und so viel zu erzählen weiß, dass sie auch mal eine Stunde länger dauern als geplant. Der Pfarrer nennt das Marienmünster seine Partnerin, „sie hilft mir zu verkünden. Ich muss nur deuten, was sie mir zeigt. Wir feiern hier das Leben, sie zeigt uns den achten Schöpfungstag“.

Ist es bei diesen Worten ein Wunder, dass Kirchensteiner deshalb diesen, seinen Sehnsuchtsort feiern möchte? Gemeinsam mit Kirchenpflegerin Barbara Mann und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Volker Bippus schwärmt er vom Gottesdienst zum Patrozinium am Feiertag Mariä Himmelfahrt. Alle Stuhlreihen waren voll besetzt, weitere Besucher mussten stehen, Mozarts Krönungsmesse wurde aufgeführt.

„War das nicht himmlisch?“, fragt Kirchensteiner, als er das Programm zum Jubiläum und die Gründe dafür erläutert. Mit hörbarem Stolz erwähnt er natürlich die Mysterienbühne. „In dieser Größe und Theatralik, wie wir sie bespielen, gibt es sie nur einmal.“ 14 wechselnde Darstellungen mit kunstvollen Kulissen, Bildtafeln und lebensgroßen Figuren, die zu den jeweiligen Festen des Kirchenjahres gezeigt werden, brächten jeden Besucher zum Staunen, erzählt der Geistliche.

Nicht zuletzt gelte es, die Klostergründer, die Dießener Grafen und Andechs-Meraniier zu würdigen, sagt Kirchensteiner. Dießen war der Stammsitz des Adelsgeschlechts, die Eltern der Heiligen Mechthildis und Hedwig haben in Dießen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Viele weitere Heilige und Seliggesprochene entstammen dem Adelsgeschlecht.

Drei gute Gründe also, das 280. Jubiläum am 7. September mit geladenen Gästen bei einem Festakt und am 8. September mit einem Pontifikalamt zu feiern. Den wird Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier leiten. „Er hat bereits zugesagt“, berichtet Kirchensteiner erfreut. Bei dem Gottesdienst wird wieder die Krönungsmesse zu hören sein, bei der die Kirchenpflegerin als ausgebildete Sopranistin erneut einen Solopart singt. Er beginnt um 10 Uhr. Im Anschluss findet ein Pfarrfest mit großer Tombola und zwei Führungen statt. Die erste um 14 Uhr leitet der Pfarrer selbst.

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