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Zusammen für den Ensembleschutz investieren: Bauherrin Isabelle Kittnar (mit Tochter Erna) bespricht mit Planer Bernhard Asböck das weitere Vorgehen.

Ortsentwicklung

Rettung für historisches Ensemble

Der Hühnerstall ist schon wieder bewohnt. Dort leben neun Hühner mit ihrem Gockel. Bald soll auch in das schöne, aber sanierungsbedürftige alte Bauernhaus am Kirchsteig 11 wieder Leben einziehen. Eine junge Familie aus Dießen verwirklicht sich dort einen Traum.

Dießen –  In den vergangenen Jahren hatten die Kittnars mit Sorge die Spekulationen verfolgt, die sich um das Anwesen am Kirchsteig rankten. Nun sind das Haus und das dazugehörige Grundstück ihr Eigentum. Auch in der benachbarten Villa (Am Kirchsteig 9), die unter Denkmalschutz steht, sollen die Sanierungsarbeiten bald beginnen.

Vielerorts verschwinden derzeit alte Bauernhäuser und Villen und werden durch Neubauten ersetzt. Dieses Schicksal soll dem prägenden Ensemble in St. Georgen erspart bleiben. Seit acht Jahren leben die Kittnars schräg gegenüber der Villa in einem ebenfalls historischen Bauernhof am Kirchsteig – im so genannten Schuster-Woldan-Haus.

Nachdem der bisherige Besitzer des nachbarschaftlichen Anwesens verstorben ist und das Haus zum Verkauf ausgeschrieben war, fragten die Kittnars Freunde um Rat. Architekt Bernhard Asböck und Betriebswirt Matthias Kaufmann aus München interessierten sich spontan für das Ensemble Am Kirchsteig. „Das ist ein Anwesen, das man so nicht mehr findet“, freut sich Asböck. Zum Anwesen gehören auch ein langes, nördlich hinter der Villa gelegenes 5000 Quadratmeter großes Grundstück sowie landwirtschaftliche Flächen. Schließlich fanden sich vier Parteien, Isabelle Kittnar, Bernhard Asböck und Matthias Kaufmann sowie eine weitere Familie und ein Landwirt, die die Grundstücke kauften.

Asböck und Kaufmann erwarben die Villa. Das Dach muss dort neu gedeckt und der Keller trockengelegt werden: Das Baudenkmal – laut Denkmalliste 1878 im Maximiliansstil erbaut – soll grundlegend saniert werden. „Das kann man in den Griff bekommen, aber Überraschungen gibt es bei solchen Projekten immer,“ sagt Asböck. Zur Refinanzierung soll nördlich der Villa ein Doppelhaus gebaut und verkauft werden. Dieses ist bereits genehmigt.

In der jüngsten Bauausschusssitzung nahm das Projekt die letzte Hürde: Nordwestlich der Villa darf – anstelle eines Schuppens – eine Garage für das Doppelhaus und die Villa entstehen. Als Auflage wird darauf verwiesen, dass beim Bau einer neuen Zufahrt zur südlichen Doppelhaushälfte die Kastanienallee am Kirchsteig geschützt werden muss. Auch mit dem Denkmalamt ist laut Asböck alles geklärt. Sobald die Bescheide da sind, könne mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden – voraussichtlich im Februar.

Im Wirtschaftsgebäude sind bereits die Handwerker zugange. „Planerisch ist bei Bernhard Asböck alles in einer Hand“, freut sich Isabell Kittnar. Sie möchte gerne den Charakter ihres Hauses erhalten und vorsichtig modernisieren. Im Bereich des Wohntrakts sind zwei Wohnungen vorgesehen. Nur ein Raum wurde im ersten Stock des Stadels, der Lager und Garage bleiben soll, hinzugenommen. Den Garten stellt sich die neue Eigentümerin ohne blickdichte Hecken und Zäune vor. Und sie freut sich, wenn dort wieder Kinder spielen.

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