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Die Fassade des Ammerseegymnasiums in Dießen muss nach zwölf Jahren für einen Millionenaufwand saniert werden.

Ammerseegymnasium

Der Lack ist ab, die Sanierung teuer

Die Fassade des Ammerseegymnasiums in Dießen muss saniert werden.  Die Erneuerung kostet knapp 2,3 Millionen Euro. Der langjährige Rechtsstreit um die Fassadenmängel ist beendet.

Dießen Strahlend weiß glänzte das Ammerseegymnasium (ASG) in der Spätsommersonne, als es zum Schuljahresbeginn 2006/ 2007 eröffnet wurde. Doch der Glanz bröckelte schnell. Schon nach wenigen Jahren wurden an der Fassade erste Schäden sichtbar. Nun, zwölf Jahre später, kann die mangelnde Bauausführung nach jahrelangem Rechtsstreit endlich saniert werden. Für mehr als 2,2 Millionen Euro, wie im Landsberger Kreisausschuss bekannt wurde.

Bereits 2011 hatte der damalige Dießener CSU-Gemeinderat Dr. Wolfgang Salzmann Fotos von Metallbauteilen der Flucht- und Wartungsbalkone vorgelegt, die deren schlechten Zustand dokumentierten. Farbe fiel ab, Roststellen traten auf, und Algen bildeten sich. Noch vor Ablauf der Gewährleistungsfrist reklamierte der Schulträger, das Landratsamt Landsberg, die Ausführung. Aber nur ein kleiner Teil wurde von der ausführenden Firma ausgebessert. Das Landratsamt warf dem Unternehmen vor, die Metallteile nicht ordnungsgemäß beschichtet zu haben.

Nun sollen manche Teile neu hergestellt werden, bei anderen Teilen ist eine Neubeschichtung vorgesehen. Obwohl im Rahmen der Ausschreibung zwölf Leistungsverzeichnisse angefordert worden waren, lag zur jüngsten Sitzung des Kreisausschusses nur ein Angebot vor. Und das lag mit 2,27 Millionen Euro um mehr als 20 Prozent über der Kostenberechnung, die 1,8 Millionen Euro vorsah. Die Baukosten, die 2006 für den Neubau der Schule anfielen, betrugen gut 21 Millionen Euro.

Da das Gremium kaum Chancen sah, bei einer erneuten Ausschreibung einen günstigeren Preis zu erhalten, wurde das Angebot mit nur einer Gegenstimme angenommen und der Sanierungsauftrag an die anbietende Firma aus Niederbayern vergeben.

In Kürze soll die Sanierung beginnen. Die während der Arbeiten fehlenden Fluchtwegstücke werden durch provisorische Gerüste ergänzt. Der nunmehr beauftragten Fassadensanierung ging ein jahrelanger Rechtsstreit voraus. Bereits 2012 hatte der Landkreis Landsberg auf Beseitigung der Mängel geklagt. Der Schaden für den Bauherrn wurde damals auf 670 000 Euro beziffert. Zunächst hatte das Landgericht Augsburg dem Landratsamt Recht gegeben. Es stellte fest, dass die Beschichtungsarbeiten tatsächlich mangelhaft ausgeführt worden seien. Allerdings legte das Unternehmen gegen das Urteil Berufung ein. Ob und in welcher Höhe die Sanierungskosten in Höhe von 2,27 Millionen Euro nun beim Landkreis Landsberg hängen bleiben, ist noch nicht bekannt.

Von Ursula Nagl

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