Wird als Initiator des Indianercamps nun auch ausgezeichnet: Johannes Bauer, Gitarrist und Musikpädagoge, beim großen Palaver mit Musik.
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Wird als Initiator des Indianercamps nun auch ausgezeichnet: Johannes Bauer, Gitarrist und Musikpädagoge, beim großen Palaver mit Musik.

Johannes Bauer von der Musikschule Dießen erhält Preis für Indianercamp im SOS-Kinderdorf

Ausgezeichnetes Lagerleben

  • vonAndrea Gräpel
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Als Musikpädagoge muss man Kreativität beweisen, wenn man sich über Wasser halten will. Der Dießener Musikschullehrer Johannes Bauer wird dafür im Oktober sogar vom Verband Deutscher Musikschulen in Koblenz ausgezeichnet.

Dießen – Bauer gehört seit gut zehn Jahren dem Kollegium der Musikschule Dießen an. „Schon als Student hat er bei uns mitgearbeitet“, erinnert sich Musikschulleiter Thomas Schmidt. Schmidt freut sich über die Kreativität des 31-jährigen jungen Musikpädagogen, der einmal in der Woche nachmittags in Dießen unterrichtet. „Darüber hinaus hat er verschiedene Projekte laufen“, erzählt Schmidt stolz. Unter anderem eine Kooperation mit den Jazzfreunden Dießen und dem Jugendtreff mit dem Titel „sing your song“, aber auch das Indianercamp in Kooperation mit dem SOS-Kinderdorf. Dieses hat der Gitarrenlehrer in diesem Jahr bereits zum siebten Mal angeboten. Heuer waren 14 Kinder dabei, die in ganz neue Rollen schlüpfen durften und auf der Wiese hinter dem Dorf das Leben der Naturvölker mit Musik, Tanz und Gesang erkundeten. Gefördert wird das Indianercamp aus dem Programm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es soll Kindern und Jugendlichen, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen, auch außerschulisch Zugang zu kultureller Bildung ermöglichen. Und nun gibt dafür auch einen Preis.

„Im Vordergrund stehen das aktive Musizieren, Singen, Tanzen und die natürliche Dynamik des Lagerlebens“, erklärt Bauer, der gebürtig aus Kempten ist und aktuell in München lebt. „Auch in diesem Jahr haben sich die Kinder für ihre Indianer-Clans eigene Stammeslieder ausgedacht und am Lagerfeuer aufgeführt. Anschließend sind alle Clans gemeinsam zu einer abenteuerlichen Fackelwanderung aufgebrochen.“ Ganz nebenbei lernten die Kinder Kulturtechniken kennen, die nicht nur allein für Indianer von Bedeutung sind, zum Beispiel wie man Kochsalz mahlt und wo man die richtigen Kräuter für die Küche findet. Mit der Kräuterpädagogin Evelyn Lichtenwald – alias „Tanzende Birke“ – unternahmen sie nämlich auch Exkursionen in die Natur. Mit Tschinggachguck (Roger Kretschmann) wurde zudem fleißig geschnitzt und gewerkelt, so dass jedes Kind einen selbst gemachten Pfeil und Bogen und ein Specksteinamulett mit nach Hause nehmen konnte. Zum großen Palaver mit Gesang und Musik, jeweils morgens und abends, war dann Bauer alias Blaues Auge im Tipi-Zelt gefragt.

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