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Führungswechsel im SOS-Kinderdorf: Andreas Brommont übernimmt die Leitung der Einrichtung von Dr. Susanne Dillitzer, die in die Regionalleitung wechselt. 

Ab Anfang Juni

Andreas Brommont ist der neue Chef im Dießener Kinderdorf

Ab 1. Juni tritt Andreas Brommont als neuer Leiter des Dießener Kinderdorfs in die Fußstapfen von Dr. Susanne Dillitzer. Zuvor leitete der 50-Jährige bereits eine soziale Einrichtung in Bad Tölz.

Dießen – „Ich glaube, er ist wie gemacht für diesen Job“, sagt Dr. Susanne Dillitzer (47) über ihren Nachfolger Andreas Brommont (50). Die Leiterin des SOS-Kinderdorfs Ammersee verabschiedet sich zum 1. Juni aus Dießen. Sie übernimmt für SOS-Kinderdorf eine Regionalleitung und ist damit für acht Einrichtungen im Südwesten der Bundesrepublik zuständig. Andreas Brommont kommt von der Caritas aus Bad Tölz nach Dießen. Dort war er zuletzt in leitender Position tätig.

In den drei Jahren als Leiterin des SOS-Kinderdorfs in Dießen habe sie so viel gelernt wie nie zuvor in ihrem Leben, sagt Susanne Dillitzer. Eine große Aufgabe sei anfangs die Betreuung der mehr als 120 unbegleiteten jungen Flüchtlinge gewesen, die im Landkreis Landsberg in neun Wohngruppen untergebracht wurden. SOS Kinderdorf stellte dafür 50 neue Mitarbeiter ein. „Wir haben diesbezüglich gerne investiert, und es hat sich gelohnt“, betont die 47-Jährige.

25 junge Flüchtlinge werden derzeit noch vom SOS-Kinderdorf Dießen betreut

Mittlerweile stünden die meisten der jungen Leute auf eigenen Beinen. 25 Kinder und Jugendliche werden derzeit noch vom SOS-Kinderdorf Dießen stationär oder teilstationär betreut. „Wir sind sehr stolz. Wir haben die Integration gut geschafft“, findet Dillitzer.

Ihre Aufgaben waren vielfältig: Sie hielt Kontakt zu den zehn Kinderdorffamilien, begleitete die Kindertagesstätten im Dorf, leitete das Familien- und Beratungszentrum in Landsberg, repräsentierte das Kinderdorf nach außen und vieles mehr.

Brommont schreckt das nicht. „Ich bin ein leidenschaftlicher Netzwerker“, sagt er. Schon als Student habe sein Herz für die Jugendhilfe geschlagen. Berufserfahrung sammelte der Sozialpädagoge unter anderem zehn Jahre in der stationären Jugendhilfe beim Kinderschutz in Dachau und 13 Jahre als Fachdienstleiter und Vize-Geschäftsführer der ökumenischen Erziehungsberatungsstelle in Bad Tölz. Berufsbegleitend bildete sich Brommont zum Sozialmanager weiter. Als er die Stellenausschreibung für die Leitung des SOS-Kinderdorfs Dießen gelesen habe, habe er gewusst: „Das bin ich.“ Seit Anfang Mai wird er von seiner Vorgängerin eingearbeitet. Wohnen wird er weiter mit seiner Familie in Wolfratshausen.

Modernisierung und Erweiterung der Familienhäuser geplant

Ein wichtiges Thema werde in nächster Zeit die Modernisierung und Erweiterung der Familienhäuser sein. „Ziel ist es, dass jedes Kind ein Einzelzimmer bekommt. Und auch die Kinderdorfeltern sollen einen privaten Rückzugsraum bekommen.“ Ein weiteres Thema sei die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes. Dadurch werde für jede Familie mehr Personal benötigt. Andererseits gebe es durch die Integration der jungen Flüchtlinge im Bereich der Wohngruppen einen Personalüberhang. „Wir möchten die Mitarbeiter nach Möglichkeit weiterhin sinnvoll beschäftigen. Das ist eine große Herausforderung“, sagt Brommont.

Dillitzer wünscht ihrem Nachfolger, dass er sich seinen Optimismus und seine Ruhe bewahrt, dass er Feste und schöne Momente im SOS-Kinderdorf genießen kann und dass er die Gelassenheit aufbringt, auf die „großartige Kompetenz“ seiner Mitarbeiter zu vertrauen.

von Ursula Nagl

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