Ausflügler fahren mit einem Segelboot über den Ammersee. Im Vordergrund ist das Herrschinger Kreuz zu sehen.
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Ausflügler fahren mit einem Segelboot über den Ammersee. Im Vordergrund ist das Herrschinger Kreuz zu sehen. Am Donnerstagabend kam es zu einem heiklen Vorfall, als ein 35-Jähriger es nach dem Schwimmen in der Mitte des Ammersees nicht mehr ins Boot schaffte. (Symbolbild)

35-Jähriger rechtzeitig gerettet - Er hatte offenbar zu viel getrunken.

Schwimmer schafft es nicht mehr ins Boot - Großaufgebot im Einsatz

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Donnerstagabend am Ammersee im Einsatz. Ein 35-Jähriger hatte es nicht mehr geschafft, aus dem Wasser in sein Elektroboot zu klettern. Zum Glück konnte er rechtzeitig gerettet werden.

Dießen/Herrsching – Boris Netschajew, der stellvertretende Leiter der Dießener Polizei, spricht von einem „durchaus heiklen Fall“, der sich am frühen Donnerstagabend auf dem Ammersee ereignet hat. Ein 35 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Starnberg war mit einem Elektroboot unterwegs, ging zum Schwimmen ins Wasser, schaffte es dann aber nicht mehr zurück ins Boot. Die Rettungsleitstelle Fürstenfeldbruck löste „Großalarm“ aus. Am Ende ging zwar alles gut aus, für den 35-Jährigen wird die Sache aber ein juristisches Nachspiel haben.

Wie Netschajew berichtet, hatte sich der Mann ein Elektroboot ausgeliehen und war damit zwischen Riederau und Herrsching etwa mittig auf den Ammersee gefahren. Er sprang ins Wasser – und blieb dort. „Er hatte scheinbar nicht mehr genügend Kraft, um über eine Strickleiter wieder in das Boot zu kommen“, erklärt Netschajew. Daraufhin rief er laut um Hilfe. Diese Rufe hörten mehrere Personen am Ufer und in einem anderen Boot.

Kurz darauf wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften und Wasserschutzpolizei samt Hubschrauber angefordert. Glücklicherweise wurde der hilflose Mann rechtzeitig von einer anderen Bootsbesatzung aus dem Wasser gerettet und anschließend der zuerst eintreffenden Wasserwacht übergeben. Diese brachte den Mann schließlich nach Riederau an Land. Während die Alarmierung wieder zurückgenommen werden konnte, stellten die Beamten der Dießener Polizei bei dem 35-Jährigen eindeutig Alkoholgeruch fest.

Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von gut über einem Promille. Die zwischenzeitlich informierte Staatsanwaltschaft Augsburg ordnete eine Blutentnahme an und leitete ein Verfahren wegen des Verdachts der Trunkenheit im Verkehr ein. Unter den entsprechenden Paragraf des Strafgesetzbuches „fällt natürlich auch jeglicher Schiffsverkehr, unter anderem auf dem Ammersee, unabhängig von der Art oder Größe des verwendeten Wasserfahrzeugs“, betont Netschajew.

Für die Dießener Polizei war es bereits der zweite nennenswerte Alkoholeinsatz dieses Jahres auf dem See. Im Mai hatte ein 21-Jähriger in betrunkenem Zustand mit einem Motorboot einen kapitalen Unfall gebaut. Das Strafverfahren laufe derzeit noch, sagte Netschajew auf Anfrage des Starnberger Merkur.  ps

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