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Die Briten haben entschieden.

Brexit

"Wir spielen weiter Crocket"

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Landkreis Starnberg - Großbritannien ist weit weg. Doch welche Auswirkungen hat der "Brexit" auf den Landkreis Starnberg?

„Das war so nicht zu erwarten, aber ich bin mir sicher: Auch morgen geht die Sonne wieder auf.“ – Christoph Winkelkötter, Chef der gfw in Starnberg und somit oberster Wirtschaftsförderer des Landkreises, nahm es gestern mit Humor. Die Briten kehren der EU den Rücken. Das werde, da lässt Winkelkötter keinen Zweifel aufkommen, Auswirkungen auf die Wirtschaft im Landkreis haben: „Unsere Firmen sind sehr international aufgestellt.“ Einige Betriebe hätten sicher deutlich stärkere Verbindungen nach England als andere, aber „die konkreten Auswirkungen auf den Handel mit und die Erbringung von Dienstleistungen für Großbritannien lassen sich derzeit nicht abschätzen“, so Winkelkötter. Der Brexit könne aber für die Region durchaus auch Chancen bieten: „Viele Firmen aus Indien und Australien saßen bislang in London als Eingangstor zu EU. Die werden sich über kurz oder lang einen neuen Standort suchen. Und der Großraum München ist als internationaler Standort sehr gut positioniert.“ Doch nicht nur die große Wirtschaft, auch die kleinen Freundschaften sind direkt vom Brexit betroffen.


Partnergemeinden für Verbleib in der EU


Herbert Kirsch, der Bürgermeister von Dießen, hatte noch bis Anfang der Woche Freunde aus der Partnergemeinde Windermere zu Gast bei sich zu Hause. „Die haben erzählt, dass das Land tief gespalten ist. Aber auch sie glaubten nicht an den Brexit.“ Und tatsächlich hat das South Lakeland, in dem Windermere liegt, sich mit 52,86 Prozent für den Verbleib in der EU ausgesprochen. Das kommt für Dieter Hardt, den Vorsitzenden des Freundeskreises Ammersee-Windermere, wenig überraschend: „Das South Lakeland ist geprägt vom Tourismus, sehr weltoffen.“ Er wollte gestern noch eine Mail an die Freunde in England schreiben um eines klarzustellen: „An unserer Partnerschaft ändert das absolut nichts.“ Sicher, der Weihnachtsmarkt mit Produkten aus Dießen lasse sich wahrscheinlich in Zukunft nicht so einfach wiederholen, aber Freundschaften bleiben Freundschaften – ob nun innerhalb der EU oder außerhalb. In knapp zwei Wochen wird eine Schülergruppe aus Windermere in Dießen erwartet, und auch das Crocket-Turnier in den Seeanlagen wird wie geplant am 17. Juli stattfinden: „Wir spielen weiter Crocket“, sagte Hardt. 


"Das ist ein Schock"


Auch die Region Bristol, in der Gautings Partnerstadt Patchway liegt, sprach sich deutlich für den Verbleib in der EU aus. 61,73 Prozent waren gegen den Brexit. Dennoch: „Das ist ein Schock“, findet Renate Dengler, vom Deutsch-Französisch-Englischen Partnerschaftsverein Gauting. „Die Engländer hatten Sonderkonditionen mit der EU verhandelt und das hat alles nichts geholfen“, sagt sie. „Es ist ein Witz, einerseits gedenkt man dort der Kriege, andererseits tritt man aus der EU aus“, fährt sie fort. „Die Europäische Idee leidet unter der Entscheidung“, meint sie. Das Bündnis zwischen Gauting und Patchway bleibe vom Brexit aber unberührt, sagt sie. Das 15-jährige Bestehen der Partnerschaft werde im kommenden Jahr in Patchway gefeiert. Und: „Wir werden hinfahren“, sagt sie.

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