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Symbolbild

BTI-Einsatz diskutieren

Kampf gegen Mückenplage: Auch Herrsching bald dabei?

Bürgermeister Christian Schiller will den Einsatz des Eiweißkristalls BTI gegen die Plagegeister im Gemeinderat diskutieren. Derweil hatte die Initiative „Mückenplage - nein, Danke!“ zum Aktionsabend eingeladen.

Stegen/Eching – Jetzt ist auch Herrschings Bürgermeister Christian Schiller mit an Bord der Initiative „Mückenplage - Nein, danke!“. Der Aktionsabend in Stegen und Eching hat seine letzten Bedenken zerstreut, dass eine Bekämpfung der sogenannten Überschwemmungsmücken rund um den Ammersee mit dem Eiweißkristall BTI einen nachhaltigen Eingriff in den Naturhaushalt bedeuten würde. Schiller will das Thema in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen zur Sprache bringen. Ihm zur Seite steht die Inninger Kreis- und Gemeinderätin Barbara Wanzke. Sie wehrt sich seit Jahren gegen die in der Kommunalpolitik immer noch vorherrschende Meinung, der Schutz von Menschen vor den Plagegeistern sei nicht vorrangig.

Um die Aufklärungsarbeit zu forcieren, hatte die Initiative „Mückenplage – Nein, danke!“ zu dem Aktionsabend eingeladen. Trotz der unbeständigen Witterung fanden sich immerhin etwa 100 Mücken-Gegner am Dampfersteg in Stegen ein. Sie marschierten zu den Brutgebieten im Ampermoos und weiter zum Aktionsabend in den Echinger Gasthof Eberhardt. Der Biologe Mathias Galm von KABS e.V., der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ in der Oberrheinebene, erläuterte, wie man dort und am Chiemsee das Mückenproblem erfolgreich in den Griff bekommen hat. Er überzeugte mit seinem Vortrag auch die letzten Skeptiker.

Die entscheidenden Punkte: Die Bekämpfung wird nur in Jahren mit extremer Mückenpopulation durchgeführt und nur in Gebieten, für die eine behördliche Genehmigung vorliegt. Das Wichtigste: BTI ist weder Gift noch Chemie, wie immer wieder behauptet wird. Es ist ein Eiweiß, das aus dem Bacillus thuringiensis israelensis gewonnen wird. Es lagert sich bei den Mückenlarven an die Rezeptoren von Darmzellen und bringt sie zum Platzen. Für andere Tiere und auch für den Menschen ist BTI unwirksam und unschädlich.

Wie es konkret weitergehe, wurde Initiator Rainer Jünger gefragt. 4000 Unterschriften und Versammlungen wie diese sollten doch die Politik zum Handeln bringen, hieß es. Als erstes, so Jünger, müssten die Gemeinden Haushaltsmittel freimachen für eine Kartierung der besonders intensiven Brutstätten wie an Nord- und Südseite des Ammersees oder in der Herrschinger Bucht. Danach erfolgt das behördliche und naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren, damit in Mücken-intensiven Jahren BTI-Eisgranulat gesprüht werden darf. Wolle man die Ammersee-Region mit BTI nahezu mückenfrei bekommen, kämen auf die Gemeinden Kosten in Höhe von etwa 1,30 Euro pro Einwohner zu. Der Landtagsabgeordnete Alex Dorow und Echings Bürgermeister Siegfried Luge schlugen vor, einen Verein zu gründen, bei dem Bürger aus jeder Ammersee-Gemeinde vertreten sind. So könne man auf die Gemeinden Druck ausüben, endlich aktiv zu werden.

Informationen über den Kampf gegen die Mücken finden Interessierte auf www. mueckenplage-nein-danke.de.     roe

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