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Sagen dem Plastikmüll in Dießen den Kampf an: Miriam Anton (l.) und Sonja Maria Kröner haben die Initiative gegründet.

Umweltschutz

Dießen sagt Plastik den Kampf an

Eine Initiative in Dießen lädt zum Öko-Fasten ein und will Plastikmüll um die Hälfte reduzieren. 

Dießen Öko-Schämen und Konsum-Fasten sind im Trend. Auch Flug-Schämen, Kleider-Fasten und vieles mehr, angeheizt vom „Greta-Effekt“, sind für einige Menschen Verbots- und Spaßverderber. Das ist das Los von Klimarettern. Nicht bei jedem machen sie sich beliebt. Keine Frage ist es, dass die Plastik-Flut eingedämmt werden muss. In Dießen hat sich dafür eine Initiative gegründet mit dem Namen „Plastik-Fasten in Dießen“.

Mit rund 14 Millionen Tonnen Plastik verbraucht in Europa kein anderes Land so viel Plastik wie Deutschland. Dass 75 Prozent davon in den Weltmeeren landet, nimmt man zur Kenntnis, kauft aber weiterhin im Supermarkt Wurst in Plastik und eingeschweißte Gurken. Zumindest am Ammersee-Westufer soll dieses Übel nun in Angriff genommen werden. Miriam Anton und Sonja Maria Kröner haben die Initiative „Plastik-Fasten in Dießen“ ins Leben gerufen. Nach ihrer erfolgreichen Aktion „Plastiktütenfreies Dießen“ konnten sie dazu auch Bürgermeister Herbert Kirsch, den Gewerbeverband und die Bildungseinrichtungen wieder ins Boot holen.

Mit einem plakativen Flyer, der an die 6100 Haushalte in Dießen verteilt wird, ruft sie dazu auf, den örtlichen Pro-Kopf-Plastikmüll von 35 Kilogramm im Jahr zu halbieren. Ein Zehn-Punkte-Programm gibt Anregungen zum Plastik-Fasten: Zum Einkaufen Stofftaschen und Körbe mitbringen und für die Wurst- und Käsetheke Dosen. Unverpacktes Obst und Gemüse sowie Milchprodukte und Getränke, so raten sie, sollten besser im Glas gekauft werden. Einwegbecher und Frischhaltefolie sind tabu. Statt Wasser in Plastikflaschen sei unser Leitungswasser genauso erfrischend zu genießen, heißt es in den Empfehlungen – auch wenn die Mineralien im Leitungswasser fehlen. Schließlich empfiehlt die Initiative Putzmittel aus Essig und Natron selbst herzustellen und statt Duschgel in Plastik Seife zu verwenden. Zum Schluss gibt es den Rat, Gebrauchtes statt Neues zu kaufen und Reparieren anstatt Wegwerfen.

Zum Start der Plastik-Fasten-Aktion verteilten Miriam Anton, Sonja Maria Kröner, Uschi Wacke vom Gewerbeverband und Gewerbereferent Thomas Hackl Flyer an Passanten und Flaneure in den Seeanlagen. Dabei wurde das Titelbild als echter Eyecatcher gelobt. Es zeigt den historischen Raddampfer „Diessen“, voll beladen mit buntem Plastikmüll. Nicht auszudenken, wenn der Müll im Ammersee landet. Die Idee dazu hatte Sonja Maria Kröner, von Berufs wegen kreativ als Drehbuchautorin und Filmregisseurin (Filmpreis für „Sommerhäuser“). Die Initiatorinnen warben dabei auch für die Auftaktveranstaltung von „Plastik-Fasten in Dießen“.

Am Freitag, 27. September, referiert ein noch ungenannter Greenpeace-Aktivist im Dießener Bahnhof zum Thema Plastik-Fasten. Miriam Antons Appell an die Bürger: „Machen Sie mit! Wenn jeder nur einen kleinen Beitrag leistet, sparen wir gemeinsam viele Tonnen an Plastikverpackungen ein.“ Allein in der Marktgemeinde Dießen seien im vergangenen Jahr 368 Tonnen Plastikmüll in den Gelben Tonnen entsorgt worden. Diese Zahl soll mittelfristig halbiert werden.

Dieter Roettig

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