+
Die Künstler des „Grundrauschen“-Projekts: Annette Rießner, Sabine Jacobs, Elias Naphausen, Annunciata Foresti, Nue Ammann und Sylvia Meier (v.l.).

Kultur

Dießener Geräusche als Kunstwerke

Klingendes und Visuelles verbindet ein Klangprojekt in Dießen. 

Dießen Ungewohnte Töne im Taubenturm neben dem Marienmünster in Dießen: Wo sonst die Vögel mit Gurren und Flattern die Geräuschkulisse beherrschen, gab es jetzt ein „Grundrauschen“. Das ist der Titel eines Kunst- und Klangprojekts. Selbst Hausherr Dr. Thomas Raff, Vorsitzender des Dießener Heimatvereins, gestand bei der Vernissage, das Konzept nicht ganz verstanden zu haben. Annette Rießner, die durch ihre Hauskonzerte bekannt gewordene Akkordeonistin und Initiatorin des Projekts, klärte auf: „Klänge inspirieren zu Bildern, und Bilder verändern sich durch Klänge. Beim Grundrauschen bedingen sich Klingendes und Visuelles.“

Mit einem Rekorder sei sie durch Dießen gestreift und habe Klänge eingefangen, vom Klingeln einer Ladentüre bis zu spontanen Aussagen von Bürgern. Die jeweils vier- bis sechsminütigen Collagen aus Geräuschen, Interviews oder Musik wurden fünf bildenden Künstlern zur Verfügung gestellt und dienten als Vorlage und Inspirationsquelle für Malerei, Skulpturen, Fotografie oder freier Installation. Die entstandenen Werke wiederum übersetzte Rießner in musikalische Miniaturen, die sie bei der Vernissage live nach dem Abspielen des „Grundrauschens“ präsentierte.

Nue Ammann, Wortkünstlerin und Designerin, entwickelte Papierbahnen auf unterschiedlichen Untergründen wie einem Ammersee-Bootssteg. Malerin Annunciata Foresti wurde zu zwei abstrakten Ölbildern inspiriert. Holzbildhauerin Sylvia Meier schnitzte zwei Figuren, die Fotografin Sabine Jakobs porträtierte in Lebensgröße Dießener Bürger in für sie typischen Posen. Und der Medien- und Klangkünstler Elias Naphausen machte aus der Vorlage ein eigenes Wahrnehmungsexperiment.

Rießner erinnerte an den „inneren Film“, der sich bei Konzerterlebnissen auftue. Eines ihrer Stücke hatte sie mit Interviewpassagen unterlegt. Eine Kostprobe: „Der Starnberger See ist die Frau mit den gemachten Haaren. Der Ammersee ist das Mädchen mit den Zöpfen“.

Die Ausstellung ist noch am kommenden Wochenende zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Das Besondere an dem Projekt: Es ist per Crowdfunding, also über Spenden, finanziert.   roe

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Comeback der Dornier 328 - Flugzeug soll wieder gebaut werden
In Oberpfaffenhofen wurde in den 1980er Jahren die Dornier 328 entwickelt. Mangels Erfolg wurde die Produktion eingestellt. Jetzt - fast 20 Jahre später - gibt es für …
Comeback der Dornier 328 - Flugzeug soll wieder gebaut werden
Eine Nacht lang wird die A 96 gesperrt
Die A 96 in Richtung München wird am Wochenende eine Nacht lang gesperrt. Grund sind Bauarbeiten. 
Eine Nacht lang wird die A 96 gesperrt
Harley-Fahrer kann Transporter nicht mehr ausweichen
Schwerer Unfall in Höhenrain: Ein Transporter-Fahrer hat einem Motorradfahrer die Vorfahrt genommen. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Harley-Fahrer kann Transporter nicht mehr ausweichen
Sprechstunde im Gehen - CSU wandert durch Andechs
Eine Wanderung durchs Kiental zum Kloster Andechs veranstaltete die CSU am Dienstagvormittag. Rund 150 Teilnehmer waren im Fünfseenland unterwegs - unter ihnen auch …
Sprechstunde im Gehen - CSU wandert durch Andechs

Kommentare