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Entlassen ins Leben: Der Abijahrgang 2019 des Ammerseegymnasiums bekam am Freitag seine Zeugnisse. 

Ammerseegymnasium Dießen

„Hört nie auf, auf eure Herzen zu hören“

Das Ammerseegymnasium in Dießen hat seinen Abiturjahrgang verabschiedet.

Dießen – „Wir sind ein unfassbar cooler Jahrgang.“ Diesen Satz möchte Jahrgangssprecher Lorenz Keppler gerne in der Zeitung lesen. Mit einer witzigen und zugleich empathischen Rede verabschiedete er sich und seinen Abi-Jahrgang nach acht Jahren auf dem Ammerseegymnasium. Und so erlebte der Jahrgang bei der Entlassungsfeier am Freitag seinen ganz eigenen „Friday for Future“.

Es seien nicht nur die Noten im Abizeugnis, die für die Zukunft zählen, sagte Keppler. „Wir haben Musiker, Künstler, Tüftler, Sportler und Influencer unter uns. Und die Mädels aus dem Kunstadditum können zwei Ölgemälde zaubern, während ich gerade zwei Strichmännchen hinbekomme. Aber wir alle haben Durchhaltevermögen und Ehrgeiz an den Tag gelegt“, sagte der 18-Jährige, der seine Rede zwar im Sakko hielt. Darunter trug er allerdings Shorts und Badeschlappen – wegen der Hitze und wohl auch, um seiner Vorfreude auf die bevorstehende Abifahrt nach Kroatien zum Ausdruck zu bringen.

Auch das Dankeschön an die Lehrer vergaß er nicht – für deren Gelassenheit und Kompetenz, für Verständnis, Humor und den einen oder anderen Witz. Ein großartiges Zeugnis gab es auch für Schulleiter Alfred Lippl. Er habe die Schule zu einem angenehmen Ort gemacht, an dem sich Schüler und Lehrer wohlfühlen. Eine Sympathie, die offenbar auf Gegenseitigkeit beruht. „Ihr werdet uns fehlen“, sagte Lippl. Und dies sei nicht einfach dahingesagt, betonte der Schulleiter, der den Sinnspruch der Abifeier zitierte: „Die Lehre ist ein Blasebalg, die Funken der Natur brennend zu machen.“ Mittlerweile hätten die Abiturienten gelernt, diesen Blasebalg selbst zu bedienen.

59 von 62 Schülern haben das Abitur heuer bestanden, jeder Vierte mit einer Eins vor dem Komma. Der jüngste Abiturient, Louis Frey, war zum Zeitpunkt der Abiturfeier noch 15 Jahre alt. „Klimaschutz wird immer dringlicher. Wir werden alle von liebgewonnen Gewohnheiten Abschied nehmen müssen“, betonte Lippl hinsichtlich der Zukunft seiner Schüler. Auch von ihnen hatten sich in der Vergangenheit einige im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung für mehr Umweltschutz engagiert. Er hoffe mit ihnen, dass die Welt verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen werde, und dass jeder seinen Beitrag dazu leisten werde.

„Hört nie auf, auf eure Herzen zu hören“, gab Lippl seinen Schützlingen mit auf den Weg. Auch die drei Schüler, die das Abitur nicht bestanden hatten, wurden nicht vergessen. „Sie werden einen anderen Weg finden, der nicht schlechter sein wird.“ Mit Humor und Herzlichkeit verabschiedete sich Oberstufenkoordinator Stefan Kulla: „Euer Jahrgang war überdurchschnittlich leistungsfähig, aber stets darauf bedacht, es nicht zu zeigen.“

Ursula Nagl 

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