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Christian Mauderer will ein Repair-Café in Dießen ins Leben rufen. 

Repair-Café

„Gelebter Umweltschutz“

Auch in der Marktgemeinde Dießen soll es künftig ein Repair-Café geben.

Dießen – In den schon bestehenden Repair-Cafés etwa in Herrsching sind es in der Regel rüstige Ruheständler, die mit Hingabe und Engelsgeduld an Elektrogeräten oder Fahrrädern rumschrauben. Auch in Dießen soll es so eine monatliche Werkstatt künftig geben. Initiator ist kein Senior, sondern der 32-jährige Elektronik- und Software-Entwickler Christian Mauderer.

Der Dießener hat schon immer ein Faible für Basteln und Reparieren, pflegt geradezu Nachhaltigkeit im Alltag. Unterstützt wird er dabei von seinen Eltern, die ebenfalls aktiv mitarbeiten wollen: Vater Valentin, früher Maschinenbauingenieur, und Mutter Karin, ehemalige Berufsschullehrerin in Starnberg. Für die Drei sind viele Reparaturen „gelebter Umweltschutz“. Und sie wollen einem Trend entgegensteuern, nämlich dem, nach Ablauf der Garantie Geräte kaputt gehen zu lassen. Oft heißt es dann, „die Reparatur lohnt sich nicht, besser gleich neu kaufen.“ Und das sieht Christian Mauderer nicht ein. „Sehr viel lässt sich unter fachmännischer Anleitung reparieren. Wie Computer, Drucker, Handys, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, aber auch Fahrräder oder Textilien.“ Gerade erst hat er einen dem Hersteller-Hinweis nach nicht austauschbaren Akku in einem Tablet ersetzt und es wieder zum Laufen gebracht.

Grundsätzlich soll im Dießener Repair-Café nur angenommen werden, „was man tragen und in absehbarer Zeit reparieren kann“. Dabei sollen die Besitzer mithelfen, wenn die „Reparateure“ Hand anlegen. „Den meisten Leuten fehlen Mut, Wissen und das richtige Werkzeug. Das alles finden sie im Repair-Café.“ Bezahlt werden müssten nur Ersatzteile, für die Arbeit werden Spenden erbeten. Die Mauderers suchen weitere aktive und technikaffine Mitstreiter, die einmal im Monat an einen Samstag mit anpacken. Darum lädt er für Samstag, 23. November, ab 14 Uhr zu einer Infoveranstaltung in das Dießener Denkerhaus (Sonnenstraße 1). „Willkommen ist jeder, der gerne helfen möchte. Dabei ist es ganz egal, ob sich jemand organisatorisch, für die Reparatur oder Verpflegung engagieren will.“ Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Für Fragen und Anregungen steht Mauderer per E-Mail (repaircafe@c-mauderer.de) zur Verfügung.

Die ersten Repair-Veranstaltungen sollen ebenfalls zunächst einmal im Denkerhaus stattfinden. Hans-Peter Sander, der neue Vorstand des Denkerhauses, ist von der Idee begeistert und sagte seine Unterstützung zu.

Die ursprüngliche Idee der Repair-Cafés stammt von Martine Postma, die 2009 in Amsterdam die erste Selbsthilfewerkstatt organisierte. Inzwischen gibt es Repair-Cafés auf der ganzen Welt. In Deutschland schätzt man die Zahl auf über 770. Neben der technischen und Ressourcenschutz-Komponente sind sie auch gefragte soziale Treffpunkte.

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