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In Form einer Welle: Teilnehmer eines Masterstudiengangs haben sich mit dem Thema Sauna am Ammersee befasst und mehrere Vorschläge vorgelegt.

Ammerseeufer

Schwitzen wie die alten Römer

Gemeinderat Michael Hofmann schlägt vor, am Dießener Seeufer ein Saunahaus zu bauen.

Dießen – Das Seeufer in Dießen steht derzeit im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Am Dampfersteg soll die Ufermauer erneuert werden, die gemeindlichen Strandbäder werden in frei zugängliche Badestellen umgewandelt, die Gemeinde befindet sich in einem Rechtsstreit um das Seegrundstück südlich des Seerestaurants St. Alban, und zur jüngsten Sitzung des Gemeinderats legte nun Michael Hofmann (Bayernpartei) einen Antrag zum Bau eines Saunahauses am Seeufer vor.

Die Idee beschäftigt Hofmann als begeisterten Saunagänger nach eigenem Bekunden schon seit Jahren. Eine Ausstellung des Masterstudienganges Architektur in der Bayerischen Verwaltungsschule Holzhausen zum Thema Sauna am See brachte nun Schwung in die Sache. Hofmanns Wunsch: Die Gemeinde möge prüfen, ob die Errichtung eines Saunahauses im gemeindeeigenen Strandbad St. Alban oder auch an anderer Stelle umgesetzt werden kann.

Eine Sauna am See wäre eine Bereicherung für Gäste und Bürger der Marktgemeinde, sagt Hofmann und glaubt, die Gemeinde sei durchaus in der Lage, ein derartiges Projekt zu verwirklichen, das obendrein auch noch lukrativ sei. Schon seit der Zeit der Römer und Kelten und vermutlich schon seit der Steinzeit kenne die Menschheit die reinigende Wirkung des Saunierens auf Körper und Geist. Aktuelle Beispiele für Saunahäuser gebe es in Bayern unter anderem am Tegernsee und am Chiemsee. Uferfläche, so Hofmann, gehe durch den Bau eines Saunahauses nicht verloren. Im Gegenteil, es werde Badefläche für eine zusätzliche Nutzung geschaffen. Zugleich könne die Gemeinde durch ein Saunahaus verlorene Einnahmen – aufgrund der Umwandlung der gemeindeeigenen Strandbäder in frei zugängliche Badestellen – kompensieren.

Bürgermeister Herbert Kirsch schlug vor, die Idee Saunahaus bei seinem nächsten Besuch dem neuen Chef der Schlösser- und Seenverwaltung, Johannes Leicht, vorzutragen. Zu dem Termin würde er den Bürgermeister gerne begleiten, so Hofmann. Als optionalen Standort könne er sich seine „Lieblingsbadestelle“ südlich des Campingplatzrestaurants vorstellen, die derzeit noch von der Seglergemeinschaft Augsburg genutzt wird, sagte Kirsch mit einem Augenzwinkern. Ein Standort, der auch Petra Sander (Grüne) geeigneter erschien als das zukünftige Freizeitgelände mit Badestelle in St. Alban.

Dass ein Saunahaus auch ganz ohne Personal auskommen könnte, betonte im Anschluss an die Gemeinderatssitzung Innenarchitekt Mathias Rathke, Dozent und Projektleiter der Augsburger Studenten. Ein Saunahaus in einer Größenordnung für zehn bis 15 Personen könne ohne Probleme von den Nutzern gemietet und selbst beheizt werden. Und zu Zeiten der Römer, so Rathke, habe es in der Tat schon eine Sauna am Ammersee gegeben, und zwar in einem römischen Badehaus am heutigen Badesteg in Schondorf.  una

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