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Abschied mit Wehmut: Petra Ringmaier hat ihr Café „Kleine Haie“ für immer geschlossen. 

Lokale machen dicht

„Kleine Haie“ für immer abgetaucht - und noch mehr Änderungen in der Gastro-Szene

Die Marktgemeinde ist um ein gastronomisches Kleinod ärmer. „Kleine Haie“, das Café mit der Wohnzimmer-Atmosphäre in der Mühlstraße kurz vor der Seepromenade, hat dicht gemacht. Auch weitere Lokale in Dießen schließen.

DießenMit einem Zettel an der Tür und einem Eintrag bei Facebook hat Petra Ringmaier ihren Gästen für zehn Jahre Treue gedankt. Ihren Entschluss, das Café „Kleine Haie“ zu schließen, begründet sie so: „Nach immerwährendem Ärger mit den direkten Nachbarn ist es nun Zeit zu gehen.“

Den Untergang der „Haie“ bedaueren viele Facebook-Nutzer. Andrea K. schreibt, es sei das „charmanteste kleine Café mit Herz“, das sie kenne. Dem schließen sich viele Dießener an. Denn in dem gemütlichen Gastraum und auf der Freifläche gab es nicht nur die berühmten Crépes und die von der Chefin hausgemachten Kuchen. Das Internet-Reiseportal Tripadvisor urteilte: „Die besten Kuchen von Dießen!“ Saisonale Dekorationen und ausgesuchte Wohnaccessoires als Zusatzangebot waren beliebt bei den Touristen als Mitbringsel vom Ammersee-Ausflug. Petra Ringmaier, auch Geschäftsführerin des Traditionsbetriebs Ringmaier-Boote GmbH, wird der Gastronomie nicht für immer Ade sagen. Bis sie neue Räumlichkeiten gefunden hat, will sie mit ihrem pinkfarbenen Crépes-Mobil auf Veranstaltungen im Fünfseenland unterwegs sein.

Die „Kleinen Haie“ sind nicht das einzige Lokal in Dießen, das dicht gemacht hat. Schon seit Anfang September ist das „Susantha’s“ in Ortsteil Riederau geschlossen. Für Gastwirt Susantha Stübben waren wohl wirtschaftliche Erwägungen ausschlaggebend. Er hat stets frische und hochwertige Produkte verarbeitet, was sich natürlich im Endpreis niederschlug. Zu wenig Gäste hätten diese Qualität geschätzt, was letztendlich zum Zusperren führte. „Time so say goodbye“, stand im Susantha’s an der Tafel, aber auch Stübben bleibt der Gastronomie mit einem Cateringservice treu.

Stillschweigend und ohne Hinweis an die Gäste hat Dießens einziger Chinese, das „China Town“ am Marktplatz, über Nacht dicht gemacht. Die Telefonnummer existiert nicht mehr und auch E-Mails werden ignoriert.

Nur noch bis zum Jahreswechsel wird „Va béne mercatino“ im Dießener Bahnhof seine Gäste mit mediterraner Küche bewirten. Obwohl das Lokal gut läuft, sieht Gastronom David Hauer dort keine Zukunftsperspektiven. Das Endergebnis stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand. Denn zum Lokal gehört auch ein italienischer Markt mit Wurst, Käse, Antipasti, Olivenöl, Wein und Grappa. Zudem fehle eine richtige Außenterrasse für Sommertage. Das Lokal wird tagsüber betrieben, zusätzlich ist es an drei Abenden in der Woche geöffnet. Mehr Abende kommen für David Hauer aus privaten Gründen nicht in Frage. Auch er will seiner gastronomischen Passion treu bleiben. Auf Veranstaltungen wie zuletzt beim Magic Lake Festival wird er seine Spezialitäten weiterhin anbieten.       Dieter Roettig

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