Eine alte Postkartenansicht aus der Sammlung Widler.

Seeanlage Riederau

Mehr Park, mehr Seeblick

Der ein oder andere Spaziergänger wird sich bereits gefragt haben, was die Erdarbeiten in der Riederauer Seeanlage beim Dampfersteg zu bedeuten haben.

Riederau – Schon 2017 hatte Bürgermeister Herbert Kirsch mitgeteilt, dass die Marktgemeinde ein Vorkaufsrecht auf den östlichen Teilbereich des Gartens der so genannten Dietrich-Villa geltend machen könne. Nun wird Riederauer Seeanlage erweitert.

800 Quadratmeter konnten von der Gemeinde zugekauft werden, um sie der Allgemeinheit zugänglich zu machen, wie Gustav Arnold, Bautechniker der Gemeinde, bestätigt. Die Größe des Parks verdoppelt sich dadurch. Die hohe Hecke, die das Grundstück der Villa seeseitig einfasste, ist bereits entfernt, eine neue Hecke, die vor drei Jahren auf der neuen Grundstücksgrenze gepflanzt wurde, bietet den Bewohnern ausreichend Sichtschutz.

Die erweiterte Parkanlage soll nach Möglichkeit noch in dieser Saison zur Verfügung stehen. Dafür engagiert sich auch eine Arbeitsgruppe bestehend aus Gemeinderatsmitgliedern aus Bierdorf und Riederau, die Ideen und Vorschläge zur Gestaltung einbringen. Mit dabei ist auch Stephan Widler, Vorsitzender des Verschönerungsvereins Riederau, sowie Gartenexperte Peter Kaun sen. Fachliche und handwerkliche Unterstützung bekommen die ehrenamtlichen Planer vom gemeindlichen Bauhof und vom Bauamt der Gemeinde.

„Wir werden das jetzt rasch umsetzen“, meint Gustav Arnold zuversichtlich. Er freut sich über die Platzwirkung, die sich durch den Grundstücksankauf ergibt. „Wenn man von oben kommt, öffnet sich der Blick wunderbar über den See.“ Das findet auch Gemeinderätin Bea von Liel. „Als wichtiges Element seien Rasenfläche vorgesehen, „wo man auch mal eine Picknickdecke ausbreiten kann“. Sitzgelegenheiten sind entlang eines Weges geplant, der an der neuen Grundstücksgrenze zur Dietrich-Villa verlaufen soll. Ein Boule-Platz ist im oberen Bereich vorgesehen und die Parkbeleuchtung soll optimiert werden. Außerdem sollen auf Anraten Kauns rotblühende Kastanien gepflanzt werde, die Schatten spenden und weniger anfällig seien für die Miniermotte.

Auch der Dampfersteg, der im ersten Drittel derzeit saniert wird, wird zu Beginn der Schifffahrtssaison wieder voll begehbar sein, wie Florian Schmid von der Seenverwaltung bestätigt.

Dass sich rund um den Riederauer Dampfersteg bereits im vergangnen Jahrhundert viel verändert hat, weiß Stephan Widler: Damals reichte der Garten der Dietrich -Villa, die um 1900, ungefähr zeitgleich mit der Eisenbahnlinie erbaut wurde, bis hinunter an das Seeufer, das ebenso wie die benachbarte Wiese von den Ammersee-Flößern zur Lagerung von Holzstämmen genutzt wurde. Nachdem Riederau Bahnstation geworden war, pachtete der 1902 gegründete Verschönerungsverein das Areal am Ufer von der Forstverwaltung, um der steigenden Frequentierung durch Badegäste und Erholungssuchende gerecht zu werden, und stellte nach und nach Badekabinen auf. Später wurde der Streifen zwischen dem Dietrich-Grundstück und dem See bis zum Dampfersteg befestigt

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