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Elisa Roth ((13, Luca Berning (14), Cosmo Schürer (15) und Sabine Bernhard (13) sind am Wochenende eingekleidet worden.

Sternsinger

Auch Weihrauch kann Alarm auslösen

Dießen - Seit Dienstag sind die Sternsinger-Gruppen in Dießen unterwegs. Für manche hat die Teilnahme eine lange Familientradition.

Es sind viele schöne und lustige Erinnerungen, die sie verbinden, aber ganz besonders ist die Gewissheit, etwas für eine gute Sache zu tun. Zu einer Jahreszeit, in der es sich die meisten Leute am liebsten auf dem Sofa gemütlich machen oder sich beim Wintersport vergnügen, wandern Sabine (13), Elisa (13), Cosmo (15) und Luca (14) gemeinsam von Haus zu Haus. Das ist nicht selbstverständlich, in anderen Gemeinden wurden Sternsinger dringend gesucht (wir berichteten). Die vier Dießener Jugendlichen sind Sternsinger und in dieser Mission ab heute (Dienstag, 3. Januar) wieder drei Tage im Einsatz. Insgesamt 34 Kinder- und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren engagieren sich heuer in Dießen für „Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“. Die Sternsinger-Aktion ist weltweit das größte Missionswerk, das Kinder und Jugendliche für benachteiligte Kinder auf die Beine stellen.

In Dießen kamen 2015 etwa 10 000 Euro zusammen, im Januar 2016 waren es rund 11 000 Euro. „Die Tendenz war in den vergangenen Jahren steigend“, freut sich Pastoralassistent Nikolaus Matosevic, der die Sternsinger der Pfarrei Mariä Himmelfahrt unterstützt und begleitet.

Eine wichtige Rolle spielt auch Quirin Cammerer. Der 18-Jährige war schon als kleiner Knirps dabei. Seit vier Jahren kümmert er sich nun um die Organisation: Gruppen müssen zusammengestellt, Fahrdienste organisiert werden und die Gewänder der Sternsinger parat und in Schuss sein. Genäht wurden die Umhänge und Mäntel, die zum Teil schon seit vielen Jahren im Einsatz sind, von Klosterschwestern oder hilfsbereiten Müttern.

Auch das Mittagessen für die Sternsinger, die an drei Tagen von 9 bis 17 Uhr unterwegs sind, muss organisiert sein. Traditionell kümmern sich die Eltern der jeweiligen Gruppen an zwei Tagen darum. Einmal wird gemeinsam im katholischen Gemeindezentrum, dem Traidtcasten, gespeist.

„Jedes Kind, jeder Jugendliche kann Sternsinger werden“, sagt Matosevic, man muss weder katholisch noch Ministrant sein. Schließlich sind der Legende nach Könige und Weise aus aller Welt zum Kindlein an der Krippe gepilgert. Meist sind die Sternsinger zu dritt oder zu viert unterwegs. Sabine und Elisa gehen am liebsten in Wengen und St. Georgen mit. Dort sind sie zu Hause. „In unserer Familie sind die Sternsinger einfach Tradition. Und es ist schön, wenn man die Leute kennt, an deren Tür man läutet“, sagt Sabine.

Cosmo ist gerne in der Fischerei, im historischen Ortskern unterwegs: „Dort gibt es keine weiten Wege“, meint er und auch Wind und Wetter ist man nicht so sehr ausgesetzt. In den ländlichen Ortteilen werden die Sternsinger deshalb auch manchmal von den Eltern oder einer Begleitperson von Aussiedlerhof zu Aussiedlerhof chauffiert. Selbstverständlich haben die Könige und Weisen auch Weihrauch und Myrrhe dabei. Und auf Wunsch wird nicht nur das Sternsingerlied gesungen, sondern auch das Haus mit Weihrauch geräuchert. „Dabei ging in der Bahnhofstraße schon mal ein Rauchmelder los“, erinnert sich Cosmo und lacht. Auch er ist schon seit drei Jahren dabei.

„Meist werden wir freundlich aufgenommen“, sagt Quirin. Aber es habe auch schon Leute gegeben, die sich den Sternsinger-Ausweis ganz genau angeschaut haben. Der wird vom Pfarramt für die Kinder und Jugendlichen ausgestellt. Bevor die Sternsinger sich nach ihrem Besuch verabschieden, schreiben sie ihren Segenswunsch mit Kreide über die Haustür der Spender: 20*C+M+B*17 (Christus mansionem benedicat: Christus segne dieses Haus).

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