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Ferdinand von Liel ist der neue Integrationsberater in den Räumen der Dießener AWO.

Integrationsberatung

Helfer im Dschungel der Bürokratie

„Ich hatte einen wirklich guten Start bei der AWO.“ Ferdinand von Liel ist seit einigen Wochen täglich in der Asylintegrationsberatungsstelle in Dießen anzutreffen. Voraussichtlich bis August 2021 wird der 26-Jährige dort Ansprechpartner für geflüchtete Menschen sein.

Dießen  Liel ist Nachfolger von Eva Aviles. Die Sozialpädagogin und bisherige Integrationsberaterin wird zukünftig in München leben und arbeiten. In der heutigen Gemeinderatssitzung (ab 19.30 Uhr) wird sich von Liel dem Marktgemeinderat vorstellen.

Von Liel hat am Management-Center Innsbruck ein dreijähriges Bachelorstudium für Nonprofit-, Sozial- und Gesundheitsmanagement absolviert. Im Umgang mit Geflüchteten hat er bereits Erfahrungen gesammelt. Vor Studienbeginn absolvierte er ein Praktikum in einer Wohngruppe des SOS-Kinderdorfs in Landsberg. „Dort gehörte es zu meinen Aufgaben, unbegleitete junge Flüchtlinge in die Schule zu begleiten und sie beim Lernen und in ihrer Freizeit zu unterstützen“, erzählt der junge Mann. Während seines Studiums war er erneut für drei Monate in der mittlerweile aufgelösten SOS-Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge in Dießen tätig. Auch familiär ist der junge Sozialarbeiter geprägt. Seine Mutter, Gemeinderätin Beatrice von Liel, engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung. Sehr hilfreich, so von Liel, sei die zweiwöchige Einarbeitungsphase mit Eva Aviles gewesen. Nun fühle er sich gut gerüstet, für die Betreuung der 70 in Dießen lebenden Flüchtlingen.

Mit etwa 40 Geflüchteten und ihren Familien hatte er bereits Kontakt. „Ich freue mich jedes Mal, wenn die Tür in der Johannisstraße 17 aufgeht“, sagt er. Eine offizielle Sprechstunde bietet von Liel montags und mittwochs an. „Aber egal, wann jemand kommt, ich stehe während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr nach Möglichkeit auch spontan als Ansprechpartner zur Verfügung.“

Der 26-Jährige hilft den Geflüchteten und deren ehrenamtlichen Begleitern bei allen Fragen rund um das Thema Wohnungssuche, Mietverträge und Wohnen. Auch beim Erstellen von Bewerbungsschreiben, bei der Vermittlung von Arbeit und bei der Durchsicht von Arbeitsverträgen ist er behilflich. In Kooperation mit dem AWO-Mehrgenerationenhaus in Landsberg koordiniert er den Kurs „Frauen stark im Beruf“ und hilft bei der Kommunikation mit dem Jobcenter, mit Ausländerbehörden, Standesämtern oder Familienkassen. Die Bürokratie kann ihn nicht schrecken. „Vieles habe ich im Studium gelernt, einiges habe ich mir in der Zwischenzeit angeeignet“, sagt der junge Mann. „Und ich habe an der Hochschule in Innsbruck gelernt, strukturiert zu arbeiten.“

Er möchte Workshops anbieten, um Menschen zu motivieren, mit ehrenamtlicher Arbeit zu beginnen oder dabeizubleiben. Ein besonderes Anliegen ist ihm das Elterncafé, das jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 16 bis 17.30 Uhr in den Räumen der Asylberatungsstelle für einheimische und ausländische Gäste geöffnet ist. „Was ich an meiner Arbeit besonders schätze, ist die Vielseitigkeit“, sagt er gelassen. Ferdinand von Liel ist in Riederau aufgewachsen. Er freut sich, zurück am Ammersee zu sein.

Von Ursula Nagl

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