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Das Boot ist mittlerweile aus dem Wasser: Dr. Bernhard Ernst, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Ammersee, hatte die vergangenen Tage mit dem Eis zu kämpfen. Damit das Boot nicht beschädigt wird, wenn das Eis schiebt, musste er es rausholen. In der Hand hält er ein gefrorenes Handtuch, mit dem er Woche den Motor auftauen wollen, als er zurückkam, war es zu einem Brett erstarrt. 

Fischereigenossenschaft Ammersee

Brotfisch gibt Grund zur Freude

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Dießen - Die Fischer vom Ammersee sind mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden. Mit ihrem Brotfisch Renke haben sie sich  versöhnt.

Während die Fischer vom Starnberger See bereits im Herbst Bilanz zogen, setzten sich 28 von 34 Fischereiberechtigten vom Ammersee traditionell erst im Januar zusammen. Darunter auch die alteingesessenen, wie die Rauchs und Gastls aus Dießen und die Fischerei Böck in Stegen, deren Fischerwurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen.Und so eisig und frostig die Temperaturen, die Stimmung könnte nicht besser sein. Die Ammerseefischer blicken auf ein zufriedenstellendes Jahr zurück. „Die Renke, unser Brotfisch, hat uns heuer nicht so lange zappeln lassen“, freut sich der Vorsitzende der Genossenschaft, Dr. Bernhard Ernst aus Utting. Der Renken-Ertrag lag 37 Prozent über dem des Vorjahres.

Einige Fischer waren sogar schon Ostern mit den Renkennetzen im See und haben nennenswerte Fänge erzielt. Anfang Mai habe die Renkensaison für die meisten Kollegen dann mit annehmbaren Fängen richtig begonnen. „Im Gegensatz zu den letzten Jahren konnten wir 2016 unsere Kunden damit endlich auch mal wieder zu Pfingsten und in den Pfingstferien mit frischen Ammerseerenken zufriedenstellen“, bilanziert Ernst. „Ab Mitte Juni sind dann die Fänge noch einmal deutlich angestiegen und bis Ende der Renkensaison Ende September auf gutem Niveau geblieben.“

Die Entwicklung ist völlig konträr zu der der Kollegen vom Starnberger See. Ernst ist mit dem Seenvergleich aber ohnehin sehr vorsichtig. „Jeder See ist anders“, sagt er. Vieles habe sicherlich mit dem Einfluss der Ammer zu tun. Denn während sich der Ammersee durch diesen Zufluss alle 2,7 Jahre erneuere, geschehe dies beim Starnberger See, der ohne Zufluss auskommen muss, nur alle 21 Jahre. „Und ich denke, dass die Ammerseerenken nicht mehr unter Hochwassersituationen leiden, sondern vielmehr davon profitieren. Der Grund ist vor allem die durch die Hochwasser bedingte Trübung der oberflächennahen Wasserschichten, die dafür sorgt, dass die in zehn bis 15 Meter Tiefe gedeihende, fischungünstige Burgunderblutalge kein Licht mehr bekommt und in ihrem Wachstum gehemmt wird.“ Im Endeffekt führe dies dazu, dass die Renken wesentlich länger „oben“ fressen könnten, das spiegele sich im Wachstum der Fische wieder. Auch der Zander machte den Fischern mit einem Durchschnittsgewicht von mehr als drei Kilogramm Freude.

„Erfreulich ist auch“, so Ernst, „dass die Nachfrage und vor allem die Wertschätzung unserer Arbeit merklich zugenommen hat. Wenn wir heute einem Wirt frischen Fisch aus dem See anbieten, dann fragt er nicht mehr, ob er’s nicht auch billiger bekommen kann, sondern er fragt, ob er den Namen der Fischerei in die Karte schreiben darf.“

Die Aussichten für 2017 seien wieder gut, deshalb werden sich die Fischer am Vorjahr orientieren, denn welche und wie viele Reusen und Netze zum Einsatz kommen – auch dies wurde bei dieser Jahresversammlung bestimmt.

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