Arbeitnehmer im Homeoffice
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Pendlerumfrage zum Thema Homeoffice

Flexibles Arbeiten spart Lebenszeit

  • vonAndrea Gräpel
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Der Lockdown hat vielen Arbeitnehmern und -gebern vor Augen geführt, dass flexibles Arbeiten in Zukunft passende flexible Angebote erfordert. Das Ammersee Denkerhaus in Dießen schon vor der Coronakrise mit diesem Thema beschäftigt und fühlt sich mit einer aktuellen Umfrage nun bestätigt: Der Trend zu Homeoffice und Coworking nimmt im ländlichen Bereich zu.

Dießen – Die Dießener Genossenschaft wurde 2013 mit dem Ziel gegründet, ein Coworking Space zu schaffen. Einen Ort, in dem sich Unternehmer, Freiberufler und Homeworker treffen. „Für mich ist es eine Form der Zusammenarbeit, nicht nur Schreibtische vermieten“, sagt Hans-Peter Sander, der Vorstand dieser Genossenschaft ist. Er kenne auch Nutzer, die sich eine Jahreskarte bei der Seenschifffahrt holen und vor allem an Regentagen gerne auf den Dampfer ausweichen. „Da haben sie Ruhe und sind bestens mit Wlan ausgestattet.“ Auch dies gebe es.

Großer Teil der Befragten verfügt über Arbeitszimmer

Die aktuelle Umfrage war diesmal speziell an Berufspendler rund um den Ammersee adressiert, die während der Coronakrise im Homeoffice arbeiteten. Teilnehmer kamen aus Dießen, aber auch aus Herrsching oder Buch. Menschen die bis zu einer Stunde brauchen, um zum Arbeitsplatz zu kommen. Viele der Befragten hatten schon vorher regelmäßig im Homeoffice gearbeitet, ein Viertel aber noch nie. Dass ein Großteil dieser Pendler zu Hause über ein Arbeitszimmer verfügt, habe Sander überrascht. Dies sei wohl den gehobenen Lebensverhältnissen der Region geschuldet, vermutet er. Entsprechend gut seien die Erfahrungen gewesen, nur wenigen fiel zu Hause die sprichwörtliche Decke auf den Kopf oder fehlte der Austausch mit Kollegen, der per Video und Telefon weiterhin bestand.

Umweltschonend

Die Umfrage machte auch etwas anderes deutlich: Denn Pendler aus dem ländlichen Raum ohne S-Bahn-Anschluss nutzen in der Regel das eigene Auto. Und wenn sie vor Covid-19 vielleicht doch mal umstiegen, griffen sie danach doch lieber wieder auf das eigene Auto zurück. Um zu sehen, wie sehr der Lockdown der Umwelt guttat, musste man ja nur in den Himmel schauen: Kein Flieger in Sicht und die Straßen waren auch fast leer.

„Ideal wäre es“, so Sander, „wenn die Leute auswählen könnten, wo sie wann und wie lange arbeiten.“ Die Bereitschaft für mehr Homeoffice sei bei den befragten Pendlern mit 79 Prozent jedenfalls sehr groß.

Im Denkerhaus seien die klassischen Nutzer aktuell um die 45 Jahre alt. Nach Corona und Homeoffice könnte sich das in Einrichtungen wie diesen ändern. Denn in den Städten sind die Nutzer im Schnitt schon jetzt viel jünger.

Viele Coworking-Spaces unter einem Dach

Das Denkerhaus hat vor einigen Wochen eine Initiative aus Norddeutschland aufgegriffen, die verschiedene Coworking-Spaces vernetzt. CoWorkLand nennt sie sich. „Wir versuchen ein Büro Bayern aufzubauen“, so Sander. Momentan habe er 50 Anbieter auf der Liste. Flexibles Arbeiten sei die Zukunft, davon ist Sander überzeugt. Bis dahin gebe es noch viel zu tun, weiß er – auf Seiten der Arbeitgeber, Pendler, der Politik, aber auch bei den Coworking-Space-Initiativen.

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