Zum 100. Geburtstag von Hildegard Grotewahl überbrachte Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul Glückwünsche der Marktgemeinde. Augustinum-Direktor Claus Ammer freut sich mit der Jubilarin.
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Zum 100. Geburtstag von Hildegard Grotewahl überbrachte Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul Glückwünsche der Marktgemeinde. Augustinum-Direktor Claus Ammer freut sich mit der Jubilarin.

Künstlerin ist 100 Jahre alt

Grotewahls Dank an die Heimat

Neben dem Kurparkschlösschen ist die „Kleine Seejungfrau mit Waller“ das wohl meist fotografierte Objekt auf der Herrschinger Seepromenade. Die Schöpferin der Bronzeskulptur, Hildegard Grotewahl, feierte nun bei bester Gesundheit ihren hundertsten Geburtstag auf der gegenüberliegenden Seeseite.

Dießen/Herrsching - „Hier kann man gut alt werden. Ich fühle mich sicher und bestens versorgt“, lobte die Jubilarin Augustinum-Direktor Claus Ammer, der in seinem Haus aktuell sechs über Hundertjährige betreut. Grotewahls Rezept zum Uraltwerden sei ganz einfach: Lebenslang nicht Rauchen und kein Alkohol. Und um geistig fit zu bleiben, empfiehlt sie regelmäßiges Rommé-Spielen, wie sie es bis heute tut.

Hildegard Grotewahl hatte früher eine eigene Parfümerie in München-Laim, lebte aber am Wörthsee. Sie zog zwei Töchter groß und beschloss mit 50 Jahren eine berufliche Zäsur, „weil in mir ein künstlerisches Talent schlummerte“. Sie ließ sich von der bekannten Bildhauerin Antje Tesche-Mentzen am Simssee ausbilden und machte sich schnell einen Namen mit eigenen Bronzeskulpturen. Geld wollte sie damit nicht verdienen, denn sie beschenkte viele Gemeinden mit den meist lebensgroßen Statuen und Skulpturen.

Vor dem Rathaus in Steinebach steht ein bronzener Waller, im Luft- und Raumfahrtzentrum Oberpfaffenhofen der „Ikarus“, in der Gemeinde Weßling eine Nixe mit Frosch, in Herrsching die Seejungfrau und im Dießener Augustinum-Park die „Fortuna“ und der „Augustinus“. Die Begründung für ihre Großzügigkeit – so eine Figur kostet bis zu 20 000 Euro – ist einfach: „Ich lebe im Fünfseenland, einer wunderschönen Gegend, und möchte mich auf diese Weise bei meiner Heimat bedanken.“ Großzügig bei anderen, bei sich selbst bescheiden. Ihr Wunschmenü beim Geburtstagsessen: Gemüsesuppe und Kartoffelgratin. Das ließ sich auch ihre 16-köpfige Familie schmecken, darunter vier Enkel und fünf Urenkel. Ihre beiden Töchter sind übrigens schon 75 und 68 Jahre alt.

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