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Das alte Fischerhaus an der Moosstraße in Dießen ist ein kleiner Schatz, den die Well aus Zankenhausen nun behutsam sheben wollen.

Denkmalschutz

Hans Well und das Fischerhaus

Dießen - Es ist eines der ältesten Häuser im Dießener Ortsteil Fischerei. Der Musiker Hans Well hat sie erworben und baut sie nun für sich und seine Familie aus und um - Hand in Hand mit den Behörden. 

Ein denkmalgeschütztes Haus in der Moosstraße, in Dießens ältestem Ortsteil, der Fischerei, soll von Grund auf saniert werden. Bauherr ist die Musikerfamilie Well aus Zankenhausen. „Das kleine Haus ist ein Stück Baukultur, und die ist mir genauso wichtig wie alle anderen Bereiche der Kultur. Es macht mir Freude, Häuser in ihrer ursprünglichen Art zu erhalten,“ sagt Hans Well. Durch den Ausbau des ehemaligen Stalls und des Heubodens zum Wohnraum soll das Haus eine familiengerechte Größe erhalten.

Die Grundfläche erhöht sich von bisher zirka 86 Quadratmetern auf 93 Quadratmeter, die Firsthöhe von 5,70 Meter auf 6,30. „Die Sanierung findet in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt statt“, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch im Bauausschuss am Montag. Die Antragsunterlagen sind bereits mit der Behörde abgestimmt. Ende April wollen die Wells mit der Sanierung des Wohnteils beginnen: Die Tuffwände stehen auf nassem Untergrund und müssen zunächst mit einem Fundament grundiert werden. Da das Haus an einem ehemaligen Bachlauf steht, muss der Boden im Wohnbereich zirka 40 Zentimeter tief aufgegraben und trockengelegt werden. Eine heikle Sache ist auch die Sanierung der von Ziegenurin getränkten Stallwände. Die Ziegelsteine müssen zunächst austrocknen und werden dann mit geruchsbindendem Lehm verputzt. Die Innenwände des Stalls müssen mit einer Feuchtigkeitssperre trockengelegt werden. Die Balkenlage über dem Stall wird aufgrund der Geruchsbelastung und des schlechten Zustandes erneuert.

Die in den 60er-Jahren eingebauten Wagnerfenster sollen durch Fenster ersetzt werden, die einem noch erhaltenen, historischen Fenster nachempfunden werden. Auch die Sanierung des gut 300 Jahren alten historischen Dachstuhls ist ein großes Thema. Gefunden wurde auch ein alter Brunnen.

Hans Well ist froh, dass er erfahrene Handwerker zur Hand hat. Vieles soll aber auch in Eigenleistung erledigt werden. Wer genau einmal in dem Häuschen an der Moosstraße wohnen wird, ist noch nicht ausgekartelt: „Ich habe drei erwachsene Kinder, wir werden sehen, wie und was sich da entwickelt.“ Und noch einen kleinen Schatz hat der Musiker in seinem Dießener Anwesen gehoben: Einige sehr alte Jahrgänge des Ammerseekurier und alte Fotos, die er demnächst an Gemeindearchivarin Elke Ahrenz-Ratz überreichen möchte.

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