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6000 Euro für St. Nikolaus übergibt Sparkassenchef Thomas Krautwald (r.) an Kirchenpfleger Jürgen Zirch (2.v.l.). Darüber freuen sich Hermann Keil von der Pfarrgemeindeverwaltung (l.) und Bürgermeister Herbert Kirsch.

Historische Buntglasfenster kommen zurück nach St. Nikolaus in Dettenschwang

Stuckteile lösen sich von der Decke der katholischen Filial- und Pfarrkirche St. Nikolaus. Doch damit soll bald Schluss sein. Daher sammelt die Kirchenstiftung derzeit Spenden.

Dießen – Die Spendenbereitschaft ist beachtlich, und es geht zügig voran mit den Vorbereitungen zur Generalsanierung der katholischen Filial- und Pfarrkirche St. Nikolaus in Dettenschwang. Die Mittel für die Sanierung der Kirchenfenster befinden sich bereits auf dem Spendenkonto der Kirchenstiftung. Nun wird für die Innen- und Außensanierung des Gotteshauses gesammelt. Es geht um eine Summe von etwa 900 000 Euro. Den Grundstein legte die Sparkassenstiftung mit einem Scheck über 6000 Euro.

Etwa 30 Prozent der Gesamtkosten für die Generalsanierung muss die Kirchenstiftung selbst aufbringen. Die Ausschreibungen sollen im April verschickt werden. Mit den Arbeiten soll noch heuer begonnen werden. „Zuerst wird das Dach komplett erneuert. Die alte Kupferabdeckung kommt runter, dann folgt die Außensanierung“ erklärt Kirchenpfleger Jürgen Zirch. Zur statischen Sicherung müsse auch der Innenraum eingerüstet werden. Damit könne die Decke im Kirchenschiff besser begutachtet werden, aus der sich Stuckteile lösen. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich bis zu eineinhalb Jahre hinziehen, schätzt Zirch.

Sanierung der Buntglasfenster bereits in trockenen Tüchern

Erfreut ist der Kirchenpfleger, dass die Sanierung der historischen Kirchenfenster aus bemaltem Buntglas (60 000 Euro)in trockenen Tüchern ist. Die Fenster waren vor einem dreiviertel Jahr im Pfarrhof aufgefunden worden. Sie zeigen die Geburt Jesu und das letzte Abendmahl. 50 000 Euro trug die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung dazu bei. Die Stiftung, die zu 51 Prozent an der Augustiner Brauerei beteiligt ist, wurde durch Zirch auf das Projekt aufmerksam. Denn der Dießener arbeitet beim Oktoberfest als Schankkellner für die Augustiner Brauerei. Er hatte von seinen Kellner-Kollegen eine Spende von 1000 Euro aus der Trinkgeldkasse erhalten. „Dem wollte die Stiftung nicht nachstehen“, sagt Zirch erfreut. 12 000 Euro seien durch Spenden aus der Bevölkerung hereingekommen. Sobald die Diözese grünes Licht gibt, soll die bayerische Hofglasmalerei Gustav von Treeck aus München mit der Sanierung und dem Einbau der Buntglasfenster beauftragt werden.

Vor diesem Hintergrund ist der Kirchenpfleger zuversichtlich, dass auch ausreichend Spenden für die Generalsanierung von St. Nikolaus zusammenkommen werden. Vom Priorisierungsausschuss der Diözese Augsburg sei er bereits aufgefordert worden, den Haushaltsplan für das Projekt einzureichen.

Kirche kann auf lange Geschichte zurückblicken

Die Dettenschwanger Kirche hat eine lange Geschichte. 1516 wurde der Chorbereich von Werkleuten aus Wessobrunn errichtet. 1746 folgte das Langhaus (Joseph Schmuzer). 1875 wurde die Pfarrkirche dann nach einem verheerenden Brand wieder aufgebaut. Die Altäre enthalten Figuren des Hechenwangers Johann Luidl, die Mariendarstellung im linken Seitenaltar stammt von Johann Baptist Zimmermann. Wie Zirch berichtet, sind die Buntglasfenster, bestehend aus 36 kleineren, in Bleiverglasung aneinandergefügten Elementen, um 1900 in einer Münchner Kunstglaserei entstanden. Bei der großen Kirchensanierung zwischen 1968 und 1971 waren sie wohl entfernt worden. „Damals waren vermutlich die Mittel nicht da, um die teilweise gebrochenen Glasteile wieder zu ersetzen.“ So wurden die kostbaren Teile in der Garage des Pfarrhofs eingelagert, wo Zirch sie im Sommer 2019 wieder ans Tageslicht beförderte.

Ursula Nagl

Ein anderes historische Gebäude im Landkreis hätte sogar abgerissen werden sollen. Doch diese Pläne wurden jüngst verworfen.

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