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Sie engagieren sich für ein plastiktütenfreies Dießen: Uschi Wacke (v.l., Gewerbeverband), Thomas Hackl (Gewerbereferent), Miriam Anton (Grüne), Bürgermeister Herbert Kirsch, Monika Glaß (Grüne) und Gerhard Lempik.  

Einzelhandel

Stoff statt Plastik

Immer mehr Geschäfte in Dießen verzichten auf Plastiktüten und bieten nur noch Stofftüten an. Damit möchte die Marktgemeinde der weltweiten Vermüllung der Meere entgegentreten – auch im Ammersee gibt es Mikroplastik.

Dießen – „Wir sind dabei – plastiktütenfrei.“ Das steht auf dem Gütesiegel, das von nun an an der Tür des Schmuck- und Uhrengeschäfts Lempik in der Mühlstraße zu sehen ist. Gehard Lempik gehört zu den Dießener Geschäftsleuten, die zukünftig auf Plastikverpackungen verzichten möchten. „Wer eine große Uhr kauft, bekommt eine Stofftasche gratis“, scherzt Lempik. „Die Taschen haben eine gute Qualität“, versichert Bürgermeister Herbert Kirsch, „sie wurden in Dießen produziert und bedruckt.“ Die Zahl der Geschäftsleute, die sich der Initiative anschließen, steigt.

Auf Betreiben der Dießener Grünen werden in den kommenden Monaten immer mehr Läden das eigens entwickelte Gütesiegel, das dem Aufdruck der Taschen entspricht, sichtbar an ihrem Geschäft anbringen und die Stofftaschen für einen Euro an ihre Kunde ausgeben. Dieser Betrag geht an die Gemeinde. Im Rathaus kann man die Stofftaschen auch direkt und in größerer Menge erwerben, sogar ausleihen. „Die Kunden sollen animiert werden, wiederverwendbare Taschen zum Einkauf mitzubringen“, sagt Miriam Anton, Impulsgeberin der Aktion.

Entstanden ist die Idee für ein „plastiktütenfreies Dießen“ bei einem Vortrag zum Thema „Zero Waste“ im Blauen Haus. Das Logo zur Aktion hat die Dießener Grafikerin Veronika Meyer entworfen. „Am besten wäre es natürlich, Plastiktüten weltweit zu verbieten. Aber da das noch dauern kann, fangen wir in Dießen schon mal an, wenigstens einen kleinen Teil an Plastik einzusparen“, sagt Anton. In jeder Minute würden in Deutschland 10 000 Plastiktüten genutzt werden. Von der Produktion bis zur Entsorgung der Plastiktüten werden viele klimaschädliche Gase und giftige Zusatzstoffe freigesetzt sowie lebenswichtige Rohstoffe verbraucht. Die CO2-Emissionen des weltweiten Plastiktütenverbrauchs werden auf etwa 31 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Das entspricht den gesamten C02-Emissionen von 2,5 Millionen Menschen in Deutschland in einem Jahr. Die Meere verkommen mehr und mehr zur Müllhalde, sagt Anton. „Selbst im Ammersee findet sich Mikroplastik.“

Einige Geschäfte in Dießen verzichten deshalb schon seit geraumer Zeit auf Plastiktüten oder haben noch nie welche angeboten. Unter anderen ist das der Naturkostladen in der Schützenstraße und die Bohne 37 in der Weilheimer Straße. Im Fischfachgeschäft Gastl, im Reformhaus Loh und im Kebab House sollen, nachdem die noch vorhanden Tüten verbraucht sind, keine weiteren Plastiktüten an Kunden ausgegeben werden. Weitere Gewerbetreibende werden die Aktion unterstützen und haben zugesagt, keine neuen Plastiktüten mehr nachzubestellen und auf die Baumwolltaschen umzusteigen. Bei Rossmann gibt es bereits keine Plastiktüten mehr, auch die anderen Märkte sind mit der Aktion dazu eingeladen, ganz auf Plastiktüten zu verzichten. Mit im Boot ist auch der Dießener Gewerbeverband, der die Aktion maßgeblich unterstützt. Ende 2018 soll der Übergang geschafft sein und Dießen plastiktütenfrei werden. Weitere Informationen zum Thema „plastiktütenfreies Dießen“ – und ganz generell zum Thema Plastik einsparen – gibt es am Samstag, 28. Juli, von 9 bis 13 Uhr vor der Dießener Markthalle.

Von Ursula Nagl

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