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Arabisch lernen mit rafik-spricht.de: Der junge Syrer Rafik Hamade (l.) baut sich im Denkerhaus seinen eigenen Internet-Blog. Sprachliche Unterstützung gibt es von Johannes Sander.

Asyl

Wenn Rafik spricht...

Dießen - Der junge Syrer Rafik Hamade (18) macht derzeit ein Praktikum im „Denkerhaus“. er arbeitet an einem Blog, den er auch nach dem Praktikum weiterführen will. Der Name: rafik-spricht.de. 

Deutsch ist eine schwere Sprache, aber auch Arabisch hat es in sich. Das spürt man spätestens, wenn man den Blog rafik-spricht.de öffnet. Der junge Syrer Rafik Hamade (18) macht derzeit ein Praktikum im „Denkerhaus“ (wir berichteten).

Da er sich besonders für IT-Themen interessiert, hat Rafik damit begonnen, einen Blog aufzubauen. Darin können die Leser einfache Wörter aus der arabischen Alltagssprache lernen und ganz nebenbei spüren, wie es sich anfühlt, plötzlich mit einer fremden Sprache konfrontiert zu sein. Schon das arabische Wort für Guten Tag (in Lautschrift: yawm jamil) ist hinsichtlich der Aussprache eine Herausforderung. Zum Glück gibt es die von Rafik gesprochenen Hörbeispiele, und wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, macht das Lernen richtig Spaß. In Lektion 2 auf Rafiks Blog kann man bereits den ersten Smalltalk auf Arabisch üben. Weitere Lektionen sind in Vorbereitung.

Rafik kam nach seiner dramatischen Flucht über den Libanon, die Türkei, Griechenland und Ungarn Anfang Juli 2015 in Deutschland an. Davon erzählt er auch in einem Interview, dass man auf seinem Blog nachlesen kann. Seit einigen Monaten lebt der freundliche junge Mann nun, betreut vom SOS-Kinderdorf, in einer Wohngruppe für jugendliche Flüchtlinge im ehemaligen Gasthof Drei Rosen. „Dort leben wir wie Brüder“, erzählt Rafik. Auch wenn die Kommunikation manchmal nicht ganz einfach sei, weil die Jugendlichen aus verschiedenen Ländern kommen. Rafik möchte gerne in Deutschland bleiben, zumindest bis in seinem Land wieder Frieden eingekehrt ist. Da er mittlerweile 18 ist, muss er sich langsam auf eigene Beine stellen.

Vielleicht wird ihn sein Weg bald weg von Dießen nach Halle führen, wo Verwandte wohnen. Seine Eltern und ein Bruder leben noch in Latakia, der größten syrischen Hafenstadt am Mittelmehr. Dort, so Rafik, gebe es bislang keine schweren Kämpfe. „Allerdings gibt es oft kein Wasser und keinen Strom und manchmal gibt es Beschuss von irgendwoher.“ Über das Internet hält er Kontakt mit seiner Familie.

Rafik lernt gerne, deshalb freut er sich, wenn nach den Sommerferien der Unterricht in der Berufsschule in Landsberg wieder beginnt. In Syrien hat er elf Jahre lang die Schule besucht und anschließend eine Ausbildung zum Frisör gemacht. Eine Fähigkeit, die seine Mitbewohner im Gasthof Drei Rosen durchaus zu schätzen wissen. Daran würde er gerne anknüpfen. Doch auch die IT-Branche ist für ihn eine Option. In seiner Heimatstadt Latakia hat er in seiner Freizeit im Computer-Laden seines Onkels mitgearbeitet. „Computertechnisch ist Rafik echt super. Da brauchen wir ihm gar nichts zu erklären“, lobt Hannes Sander vom Denkerhaus. Nach dem Praktikum möchte Rafik seinen Blog weiterführen und unter anderem arabische Kurzübersetzungen für deutsche Webseiten anbieten oder ein Forum für junge Flüchtlinge und deutsche Jugendliche schaffen.

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