1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Dießen

Kommunalwahl 2020 in Dießen: Marianne Scharr will Bürgermeisterin werden

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Die Bürgermeisterkandidatin und ihre Familie (stehend v.l.): Sohn Roland, Marianne Scharr und Ehemann Thomas, (sitzend v.l.) Sohn Christian mit Enkelin Mia sowie die Töchter Lydia und Karina. © Dieter Roettig

Marianne Scharr will Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch nachfolgen.

Dießen – Sie ist eine Frau der leisen Töne, weiß aber, was sie will: Marianne Scharr (53) aus Dettenschwang möchte nach der Kommunalwahl im März 2020 vom heimischen Bauernhof ins Dießener Rathaus wechseln. Ohne Partei oder kommunalpolitische Gruppierung im Hintergrund steigt sie als Einzelkämpferin in den Ring um die Nachfolge des ausscheidenden Bürgermeisters Herbert Kirsch.

Für die Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend wählte Scharr bewusst den Landgasthof Tannenhof, „denn Dießen besteht nicht nur aus der Mühlstraße“. Damit unterstrich sie bereits, dass sie einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auch für die Landbevölkerung sieht. Im Hinblick auf ihre beiden bereits nominierten Mitbewerber Sandra Perzul (Dießener Bürger) und Florian Zarbo (Freie Wähler) sagte Scharr ironisch, dass nach Segelschiff und Motorboot jetzt der „Raddampfer Dießen“ auslaufe: älter, reifer und erfahrener. Perzul und Zarbo, Gäste der Veranstaltung wie auch Bürgermeister Kirsch, nahmen die Spitze mit Humor.

Statt Powerpoint und Flyer gab es bei Marianne Scharr für jeden Gast ein Plätzchen in Herzform mit handgeschriebenem Anhänger „Die Bürgermeisterin – lebensnah, tatkräftig, herzlich“. Geboren im Weilheim wuchs Scharr in Dießen-St. Georgen auf, besuchte die Realschule und wurde Arzthelferin. Nach der Übernahme eines landwirtschaftlichen Grünlandbetriebs mit Milchvieh zusammen mit ihrem Mann Thomas lernte Scharr Hauswirtschaftsmeisterin und bildete sich weiter zur Ernährungs- und Agrarbürofachfrau. Neben der Arbeit auf dem Hof und der Erziehung ihrer vier Kinder absolvierte sie Zusatzausbildungen und war als Freie Dozentin für die Andreas-Hermes-Akademie unterwegs. Im Verband für landwirtschaftliche Fortbildung ist sie Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberbayern.

Daneben schlägt ihr Herz für die Kommunalpolitik. Seit 2008 sitzt sie im Dießener Marktgemeinderat als Mitglied im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss sowie als Breitbandpatin. Sie radelt, geht Schwimmen, wandert auf dem Jakobsweg und spielt in der Theatergruppe „Dettenschwanger Quellgeister“.

Die handgemachten Herz-Platzerl will Marianne Scharr jedem Dießener Bürger überreichen und findet das persönlicher als Kugelschreiber. Das Herz symbolisiere den wertschätzenden Umgang mit der Bevölkerung auch außerhalb des Rathauses. Wie sie überhaupt die Bürger bei weitreichenden Entscheidungen mehr ins Boot holen will. Sie möchte die Menschen verbinden, ausländische Mitbürger einbinden, Dießen als Künstlerort fördern und sich für Bildung, Vereine und Sport einsetzen. Das Wohnen „im schönsten Ort am Ammersee“ müsse auch für Einheimische bezahlbar bleiben.

Natürlich brach Scharr eine Lanze für die Landwirtschaft. Man brauche sie nicht nur für regionale Produkte im Supermarkt, sondern auch für die Pflege der wertvollen Natur. Sollte Marianne Scharr im Frühjahr 2020 vom Bauernhof in das Rathaus wechseln, machen Sohn Christian und ihr Mann weiter mit der Landwirtschaft. Damit sie für das Bürgermeisteramt kandidieren kann, braucht sie noch 180 Unterschriften von Dießener Bürgern. Dazu liegen im Rathaus Unterschriftslisten aus. 

Dieter Roettig

Auch interessant

Kommentare