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Verena Becht und Andrew Gadilhe hatten bereits bei der Mitgliederversammlung im Oktober die Fahne der Verkehrswacht eingerollt. 

Noch immer kein neuer Vorstand

Kreisverkehrswacht vor dem Aus: „Das Ehrenamt ist tot“

Landkreis – Für die von der Auflösung bedrohte Kreisverkehrswacht Starnberg sind noch immer keine neuen Vorstände gefunden. Die scheidende Vorsitzende Verena Becht gibt sich mittlerweile frustriert: „Das Ehrenamt, wie es früher war, ist tot“, sagt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Dabei hat die Fahrlehrerin aus Dießen weit ausgeholt. An alle Gemeinden des Landkreises und ans Landratsamt hat sie sich gewandt. Grund: Händeringend wird eine Nachfolgelösung für den derzeitigen Vorstand gesucht. Vom Ergebnis ihrer nachdrücklichen Anfrage zeigt sich Verena Becht enttäuscht: „Da war null Resonanz.“

Schon im Oktober vorigen Jahres war die Auflösung der Kreisverkehrswacht geplant gewesen. Mehrere Vorstände hatten ihren Rückzug erklärt, Nachfolger stellten sich nicht zur Verfügung. Nur mühevoll konnte das Ende damals verschoben werden. Daraufhin nahm sich die Landesverkehrswacht Bayern der Starnberger Probleme an.

Ihr Geschäftsführer Manfred Raubold kündigte Ende Dezember gegenüber dem Starnberger Merkur einen „Runden Tisch“ mit Interessenten an – bereits für Januar 2017. Nachfrage vier Monate später. Zum „Runden Tisch“ ist es nie gekommen, bestätigt Raubold. „Gespräche mit Personen und Mandatsträgern“ sollen immerhin geführt werden. Ein Treffen? Noch immer gibt es laut Raubold keinen Termin.

Verena Becht findet es „nicht so toll, dass man jemanden so hängen lässt“, dass sie weiterhin in den Ämtern bleiben sollen. Zumal sie selbst und ihre Vorstandskollegen sich heftiger Kritik ausgesetzt sahen. Der Vizepräsident der Landesverkehrswacht, Peter Starnecker, hatte der Führungsriege der Starnberger Kreisverkehrswacht vorgehalten, über 60 Jahre würden „einfach weggeschmissen“, die Arbeit früherer Vorstände würde mit Füßen getreten. Dagegen hatten sich die Vorstände energisch gewehrt. Sie hätten die Landesverkehrswacht schon 2013 über die Probleme informiert.

Welche Folgen eine Auflösung hätte? In vielen Regionen steht die Verkehrswacht für ein breites Angebot in Sachen Verkehrssicherheit – von der Schulwegsicherheit über vielfältige Aktionstage und Fahrertrainings bis zu Verkehrsangeboten für Senioren. Wenig von all dem gibt es zurzeit im Landkreis Starnberg – auch aus Platzgründen. Für die Aktivitäten benötige man ehrenamtlich tätige Menschen, sagt Verena Becht. Aber vielen seit heutzutage die Freizeit wichtiger.

Ihren Rückzug begründet Becht mit erheblichem Aufwand für ihre Fahrschule am Ammersee. Auch die übrigen Vorstandsmitglieder wollen nach ihren Angaben nicht in ihren Ämtern bleiben. Schon im Oktober hatten dies der stellvertretende Vorsitzende Olaf Rüdiger Krause und der Schriftführer Andrew Gadilhe erklärt. Andere Vorstandsmitglieder waren erst gar nicht zur Mitgliederversammlung erschienen (wir berichteten).

Ebenfalls niederlegen – bei der nächsten Wahl – will Becht ihr Amt als stellvertretende Vorsitzende des Bezirks Oberbayern der Landesverkehrswacht. Trotz aller Probleme scheint man dort die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben, für die Kreisverkehrswacht Starnberg doch noch eine Lösung zu finden.     nz

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