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Birkenkreuz mit Stahlhelm: Das Grabmal hat Veteranen-Vorsitzender Paul Blinia mit seiner Tochter und Vereins-Schriftführerin Juliane erneuert.

Vandalismus

Nach Zerstörung des Soldaten-Grabmal in Dießen: Noch immer keine Spur von den Tätern

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Das Grabmal des unbekannten Soldaten in Dießen ist wiederhergestellt. Wer Kreuz und Stahlhelm im November entwendet und die Gedenkstätte verwüstet hatte, ist noch immer unklar. Die Mitglieder des Soldatenvereins haben nur Vermutungen.

Dießen – Ein Kreuz aus Birkenholz, eine Umrandung mit Haselnussästen, Kieselsteine, ein Korb mit Blumen und ein aufgesteckter Stahlhelm aus dem Zweiten Weltkrieg: Das Grabmal des unbekannten Soldaten am Friedhof St. Johann ist rundum erneuert. Es erinnert an keinen bestimmten Menschen, sondern an im Krieg gefallene Soldaten, speziell an jene, die nicht mehr identifiziert werden konnten. Und auch an die Bestattungspraxis auf den Schlachtfeldern. Ein schlichtes Holzkreuz, den Helm draufgesteckt: Im Krieg ging es nicht anders.

Paul Blinia, der Vorsitzende des Soldaten-, Reservisten- und Kameradschaftsverein Diessen hat die Gedenkstätte, unterstützt von seiner Familie, kürzlich wieder hergerichtet. Geplant war das so nicht: Das im Jahr 2014 augestellte Birkenkreuz war im vergangenen November niedergetreten worden. Nur der Stumpf war übrig und auch der Stahlhelm verschwunden. „Das war eine schlimme Geschichte für den Verein“, sagt Pressereferentin Beate Bentele. Sie hat sich die Bruchstelle damals angeschaut. „Das muss ein starker Tritt gewesen sein.“ Kurz nach Entdeckung der Vandalismusspuren habe die Vermutung nahe gelegen, „jemand wollte den Stahlhelm gewinnbringend verkaufen“.

Eine Vermutung: Ein geschmackloser Jugendstreich

Dem war wohl nicht so, eher könnte es ein geschmackloser Jugendstreich gewesen sein, ist aus dem Vereinsumfeld zu hören. Schließlich wurden Kreuz und Stahlhelm Wochen später wieder gefunden – in einem Graben am Friedhof.

Von dem oder den Tätern fehlt nach wie vor eine Spur. Jürgen Zirch, bis vor kurzem Vorsitzender und nun Kassier des Soldatenvereins, sagt: „Eigentlich wollten wir die Sache anzeigen, wir haben das aber wieder verworfen.“ Die Hoffnung, dass sich jemand stellen würde, bestand. Gleichzeitig war den Mitgliedern klar, dass die Polizei wohl keine intensive Fahndung anstellen würde. Zirch sagt, es gebe sehr wohl konkrete Vermutungen. „Aber das bringt ja nichts. Ich will keinem was nachsagen, es könnte sich ja jemand angegriffen fühlen.“ Der ehemalige Bundeswehr-Offizier Gerd Beyer spricht von einer „heiklen Geschichte. Es gibt nur Vermutungen, aber keine Beweise“. Mit dem Finder von Kreuz und Helm sei vereinbart worden, die Sache ruhen zu lassen.

„Der Stahlhelm wird so schnell nicht mehr weggerissen“

Beim neuen Grabmal nördlich des Schacky-Mausoleums ist der Vorsitzende Paul Blinia auf Nummer sicher gegangen. Den alten Stahlhelm hat er mit einer langen Schraube im Birkenstamm verankert: „Der wird nicht mehr so schnell weggerissen“, sagt er. Zusammen mit Frau und Tochter Juliane, die den Verein als Schriftführerin unterstützt, hat Blinia nicht nur die Gedenkstätte aufgehübscht, sondern auchdas Mausoleum mit seinem kleinen Altar und den Erinnerungstafeln an die Opfer der Kriege gereinigt und mit Blumenschmuck frühlingsfrisch gestaltet. Blinia: „Auch das ist eine Aufgabe unseres Vereins.“

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