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Öffentlichkeit muss draußen bleiben

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Von: Andrea Gräpel

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Für Schulen und Vereine ist der Zutritt im Hallenbad im Augustinum wieder möglich.
Für Schulen und Vereine ist der Zutritt im Hallenbad im Augustinum wieder möglich. © (Symbolbild) Matthias Balk/dpa

Die Dießener wollen wieder ins Hallenbad im Augustinum, aber es bleibt für sie geschlossen. Im März sind es zwei Jahre. „Bei uns rufen jeden Tag Leute an“, sagt Direktor Claus Ammer. Er zeigt Verständnis, bedauert aber, dass der Einlass für die Öffentlichkeit unter Corona-Auflagen personell aktuell nicht zu stemmen sei.

Dießen - Das Hallenbad in der Augustinum Seniorenresidenz wurde 1969 in Kooperation mit der Marktgemeinde eröffnet. Die Hälfte der Kosten trägt das Augustinum, die andere Hälfte die Gemeinde, die wiederum ein Drittel vom Landkreis Landsberg erhält. Bis zur Schließung im März 2020 besuchten täglich 40 bis 50 Externe das Hallenbad. Aktuell dürfen nur die Bewohner in Fünfergruppen sowie Schulen und Vereine hinein. Warum externe Einzelpersonen nicht hinein dürfen, stößt auf Unverständnis.

Da sich die Beschwerden häuften, haben Augustinum und Gemeinde nun eine gemeinsame Pressemitteilung verfasst, in der Direktor Ammer und Bürgermeisterin Sandra Perzul die Problematik erläutern. Das 25-Meter-Becken ist begehrt, vor allem samstags lud es zum beliebten Warmbaden ein. Maximal hätten 60 Schwimmer Einlass, unter Corona-Auflagen sind 25 Prozent, also 15. „Diese 15 kommen ja nicht in Gruppen, sondern einzeln“, erklärt Ammer. Am Eingang steht aber nur ein Kassenautomat. Es müsste also jemand abbestellt werden, der die Vorgabe 2G-plus und die Impfausweise kontrolliert. Die Bademeister könnten dies nicht nebenher machen, weil sei ihrer Schwimmaufsicht nicht nachkommen könnten. Außerdem seien von vier Bademeistern aktuell zwei im Krankenstand.

„Ich verstehe die Ungeduld“, sagt Ammer. Er selbst habe das Schwimmbad seit seinem Einstand keinen Tag regulär geöffnet erlebt. Sein erster Arbeitstag war der 16. März 2020, der Tag des ersten Lockdowns. Seitdem wurde erst saniert, dann kamen die Auflagen. Versäumt wurde auch, das räumt er ein, dass die Schließung ausreichend öffentlich kommuniziert wurde. Weder auf der Internetseite des Landkreises Landsberg noch auf der des Augustinums. Das bedauert er. Aber auch dies sei dem Umstand geschuldet, dass „uns mit Corona jeden Tag so viel um die Ohren springt“. In der Senioreneinrichtung selbst gelten ja ebenfalls strenge Regeln, wenn auch aktuell kein Besuchstopp verhängt sei. Immerhin dürften Schulen und Vereine ihre Schwimmzeiten nutzen, „weil sie ihre eigene Aufsicht haben und für die Einhaltung der Auflagen garantieren“, erklärt Ammer. Außerdem kämen sie in Gruppen und nicht einzeln. Sowohl Bürgermeisterin Sandra Perzul als auch der Direktor des Augustinums bedauern die lange Schließung und hoffen auf eine baldige Lösung.

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