Die App Omobi, die für den Murnauer Ortsbus in Murnau benötigt wird
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Für den Murnauer Ortsbus braucht man die die App Omobi. Dasselbe soll in Dießen ausprobiert werden.

Gemeinderat Dießen

Omobi statt Ortsbus?

Die Gemeinde Dießen liebäugelt mit einem digitalen Nahverkehrssystem nach Murnauer Vorbild.

Dießen –In der Gemeinderatsitzung am Montagabend stellte das Start-up Omobi aus Murnau, vertreten durch Robert Schotten und Clemens Deyerling, das Konzept vor. Die Verwaltung soll nun die Voraussetzungen zur Realisierung des Systems in Dießen und die Kosten eruieren.

Seit Juli managt Omobi den ÖPNV innerhalb Murnaus mit einem 7-Sitzer-Mercedes-Kleinbus. Pro Tag werden bis zu 60 Personen befördert. Der Ortsbus mit 50 Plätzen, der früher eingesetzt wurde, transportierte durchschnittlich nur 20 Fahrgäste. Da es sich bei Omobi um ein digitales Nahverkehrssystem handelt, gibt es nur virtuelle Haltestellen. Die angeforderten Fahrten werden über eine Software gebündelt. Die Buchung kann über die App oder telefonisch erfolgen.

Jede Fahrt kostet in Murnau pauschal zwei Euro, unabhängig von der Länge der Strecke. Die Fahrten können täglich bis 20 Uhr angefordert werden, der Fahrgast kann Ankunft und errechnete Fahrzeit mitverfolgen. Um dieses Modell zu realisieren, hatte Murnau die Trägerschaft für den ÖPNV übernommen und betreibt den Nahverkehr selbstständig. Das gilt auch für die Schülerbeförderung.

Der Dießener Gemeinderat beauftragte nun die Verwaltung, ähnliche Schritte für die Marktgemeinde zu prüfen. Seit Mai 1995 gibt es dort einen Ortsbus, für den noch eine Vertragsbindung bis 2024 besteht. Das Defizit betrug 2019 insgesamt 150 000 Euro, wovon der Landkreis 50 Prozent trägt. Über den Ortsbus wird aktuell auch der Schülerverkehr in Dießen abgewickelt. Die Auslastung liegt bei 50 Prozent, ohne Schüler wären es acht Prozent. Geprüft werden soll nun, ob auch längere Stecken, etwa nach Herrsching oder Landsberg, in ein digitales Bussystem eingebunden werden könnten.

„Unsere Idee ist es, alle Bürger mit individuellen, gebuchten Fahrten in den ÖPNV einzubinden, anstatt teure, große Busse fast leer im Stundentakt fahren zu lassen. Es gibt keine feste Route. Die App entscheidet.“ Wie Clemens Deyerling erklärte, errechnet der Computer anhand der Buchungen nach einem Algorithmus die effizienteste Route. Die Fahrgäste tippen ihr Ziel ein, die App erkennt den Abholpunkt und schlägt eine Abholzeit und Fahrzeit vor. In Murnau laufe das „sehr, sehr gut“. Ziel sei, Taxifahrer, Carsharing-Unternehmen oder auch Fahrradverleiher einzubinden. „Wir erschließen mit unserem System komplett andere Zielgruppen, weil es attraktiv, bürgerorientiert und bürgerfreundlich ist.“ Ursula Nagl

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