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Präzisionsarbeit: Beim Croquet-Turnier des Freundeskreises Ammersee-Windermere auf der Seeanlage bugsierten die Teilnehmer Kugeln durch die u-förmigen Ziele.

Partnerschaft

Eine Freundschaft gegen den Brexit

Beim Fest zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Dießen und Windermere durfte ein bestimmtes Turnier nicht fehlen.

Dießen – „Wir wollen diesen Brexit nicht. Was immer geschieht, wir werden Freunde bleiben“, betonte Jenny Borer. Sie ist Vorsitzende des Städtepartnervereins aus Windermere. Ihre Worte am Jubiläumsabend der Partnerschaft mit Dießen am Samstagabend kamen an – Borer ließ ihnen sogleich Taten folgen. Borer überreichte Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch die Zweitschrift eines Straßenschildes, das seit kurzem an einer der schönsten Straßen von Windermere hängt: „Dießen Promenade“.

Auch Dieter Hardt, Vorsitzender des Freundeskreises Ammersee-Windermere, setzt auf Zeichen der Freundschaft. In der Dießener Seeanlage steht eines: Der Freundschaftsbaum sei in den letzten 20 Jahren mächtig gewachsen, betonte Hardt. Hier fand auch das beliebte Croquet-Turnier statt –  bei traumhaftem Wetter und Traumkulisse vor Bootshäusern und Ammersee. Den Sieg erspielten sich Tony Blayney, Hotelier aus Windermere, und Sebastian Sedlaczek, Urlauber aus Niedersachsen ein, der spontan und begeistert mitspielte.

Kirsch gratulierte zum 2:0-Sieg der Engländer

Beim weiteren Programm für die sechsköpfige Delegation aus der Partnerstadt gab es ein kleines Abenteuer. Das begann mit einer verregneten aber gut gelaunten Planwagenfahrt von Dießen zum Gasteiger Haus in Holzhausen. Nach der Besichtigung der Künstlervilla und des Landschaftsparks blieb die Kutsche bei der Rückfahrt mit einem platten Reifen liegen, und die Fahrgäste mussten bei strömendem Regen mit Autos ihrer deutschen Freunde gerettet werden.

Die deutsch-englischen Begegnungen machen die Partnerschaft aus. Bürgermeister Kirsch wünschte sich auch für die nächsten 20 Jahre viele weitere Begegnungen. Er gratulierte zum 2:0-Erfolg der englischen Fußballnationalmannschaft gegen Schweden und erinnerte an die Worte der Gründungsvorsitzenden der Twinning Association: Bereits Gill Hubbard sei es darum gegangen, die britische Insel zum Festland hin zu öffnen. Deshalb habe er sich besonders gefreut, so Kirsch, als er vor wenigen Wochen ein junges Paar – die Braut aus Windermere, der Bräutigam aus Dießen – trauen durfte.

Pläne für 2019 gibt es bereits

Jenny Borers vom Partnerverein dankte besonders James Orrom, gebürtiger Brite aus Windermere, der seit Jahrzehnten mit seiner Familie in Dießen lebt. James habe vor mehr als 20 Jahren mit einem wunderbaren Brief, indem er die Gemeinsamkeiten von Dießen und Windermere, den See, die Berge, das Fischerhandwerk und das Kunsthandwerk schilderte, den Stadtrat von Windermere überzeugt, eine Städtepartnerschaft einzugehen.

Pläne für 2019 gibt es bereits. Ende Juli möchte der Freundeskreis nach Windermere aufbrechen. Freunde aus Windermere haben bereits angekündigt, zu den Oberammergauer Passionsspielen 2020 wieder nach Dießen zu kommen. „Die Partnerschaft ist recht lebendig“, freute sich Hardt.

Von Ursula Nagl

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