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Randale am Bahnhof – 13-Jähriger leicht verletzt

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Von: Peter Schiebel

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Die Polizei musste am Freitagabend zum Bahnhof nach Dießen, wo Jugendliche randaliert hatten.
Die Polizei musste am Freitagabend zum Bahnhof nach Dießen, wo Jugendliche randaliert hatten. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Am Bahnhof in Dießen ist es am Freitagabend zu unschönen Szenen gekommen. Im Behinderten-WC wurde gezündelt, ein 13-Jähriger, der löschen wollte, erlitt eine Rauchvergiftung. Die Polizei ermittelt. Bürgermeisterin Sandra Perzul will „so schnell wie möglich“ mit dem Marktgemeinderat über die Situation reden.

Dießen – Gut zu erreichen, nur einen Katzensprung vom See entfernt: Der Dießener Bahnhof ist seit geraumer Zeit zu einem Treffpunkt für feiernde Jugendliche geworden. Und das führt immer wieder zu Konflikten. „In den letzten Monaten fahren wir fast jedes Wochenende aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung dorthin“, sagt ein Beamter der Dießener Polizei gegenüber dem Starnberger Merkur. Dabei gehe es mitnichten immer um Straftaten, sondern oft auch nur um Lärm. Am Freitag allerdings stellte sich die Situation anders dar. „Randale mit Brandlegung am Bahnhof“, überschrieb die Inspektion ihren Pressebericht.

Demnach trafen sich gegen 22 Uhr wieder zahlreiche Jugendliche am Bahnhof. Zeugen hätten von 50 jungen Leuten gesprochen, sagte Polizeihauptmeister Daniel Zinner. Die Zahl ließ sich am Wochenende allerdings nicht verifizieren. Fest steht dagegen, dass ein Jugendlicher im Behinderten-WC neben dem Bahnhofsgebäude eine Klopapierrolle anzündete und diese wiederum einen Wickeltisch anschmorte. Es entstand starker Rauch, woraufhin ein 53 Jahre alter Zeuge die Polizei verständigte.

Ein 13 Jahre alter Dießener Schüler versuchte offenbar, das Feuer zu löschen. Dabei wurde er nach bisherigem Ermittlungsstand allerdings von einem anderen männlichen Jugendlichen in der Toilette eingesperrt. Daniel Zinner: „Aufgrund der starken Rauchentwicklung im Inneren verlor der 13-Jährige kurzzeitig das Bewusstsein und musste vor Ort aufgrund einer leichten Rauchgasintoxikation durch eine Besatzung von Rettungswagen und Notarzt versorgt werden.“ Wie lange der Schüler eingesperrt war, war am Sonntag noch unklar.

Die Streifenbesatzung der Dießener Polizei konnte auf jeden Fall Schlimmeres verhindern, ein Einsatz der Feuerwehr war nicht erforderlich. Auch wenn viele der jungen Leute bereits verschwunden waren, als die Streife eintraf, gelang es den Beamten, einen tatverdächtigen Jugendlichen zu ermitteln. Nähere Angaben wollte Zinner vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen gestern nicht machen. Von daher ist es auch offen, ob es sich bei dem Verdächtigen um einen Jugendlichen aus Dießen handelt. „Viele kommen auch mit dem Zug aus Richtung Augsburg oder Geltendorf“, sagte Zinner.

Auch Bürgermeisterin Sandra Perzul warnte gestern davor, alle Jugendlichen über einen Kamm zu scheren. Die vergangenen zwei Jahre mit den vielen Corona-Beschränkungen seien gerade für junge Leute eine schwere Zeit gewesen, warb sie zwar für Verständnis. Allerdings wolle sie das Thema auch „so schnell wie möglich“ im Marktgemeinderat besprechen. Im Haushalt für das laufende Jahr seien bereits Mittel für einen Streetworker enthalten. „Jemand mit Qualifikation und Erfahrung begegnet den Jugendlichen auf anderer Augenhöhe als mit der Brechstange“, sagte sie auf Anfrage. Wie die Stelle ausgestaltet werden könnte, ob alleine oder mit Utting und Schondorf zusammen, sei jedoch noch offen.

Auch das Thema Sicherheitswacht will Perzul zusammen mit Dießens Polizeichef Alfred Ziegler und den Gemeinderäten besprechen. Dabei geht es um Ehrenamtliche, die von der Polizei ausgebildet werden und Präsenz zeigen sollen. Mit Ziegler will Perzul bereits heute die Situation besprechen. Zudem sollen sich Techniker das Behinderten-WC anschauen. Die Polizei gab den Sachschaden nach einer ersten Schätzung mit 200 Euro an. Dem 13-jährigen Schüler geht es derweil wieder besser – „Gott sei Dank“, sagte Perzul, nachdem sie am Samstagabend mit dem Bub telefoniert hatte.

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