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„Ward ein Blümlein mir geschenket…“: Dieses Gedicht sagte Petra Newin für Präsidentengattin Jehan Saddat auf, mit dabei waren Kinderdorfmutter Erna Holzheu, der Präsident des SOS-Kinderdörfer-Vereins. Wilhelm Nau, sowie Hermann Gmeiner. Die frühere Kinderdorfmutter Erna Holzheu hat auch heute noch ein enges Verhältnis zu ihrer Tochter Petra Newin (Foto r.).

SOS-Kinderdorf Dießen

60 Jahre – eine Reise durch die Zeit

Das SOS-Kinderdorf in Dießen feierte 60. Jubiläum. Ein buntes Programm lockte zahlreiche Besucher an.

DießenViele ehemalige Kinder und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs trafen sich, um zum 60. Jubiläum Erinnerungen auszutauschen. „Den Einzug der ersten Kinder vor 60 Jahren zu feiern, ist ein gutes Datum“, lobte Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Vereins SOS-Kinderdorf, in seiner Festrede. Souverän hatte Tara, eine Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf, ihn angekündigt und führte weiter durch das offizielle Programm. Gut 800 Gäste waren gekommen, darunter 160 Ehemalige.

Zwischen den Reden durften die Besucher sich lockern

„Braucht es in heutigen Zeiten noch ein SOS-Kinderdorf?“, fragte Landsbergs Landrat Thomas Eichinger und gab darauf selber die Antwort. Denn obwohl die heutige Gesellschaft vieles habe, scheiterten Menschen und Familien manchmal oder machen schwere Zeiten durch. Da brauche es Einrichtungen, die Hilfe leisten. „Wir sind stolz darauf, SOS in unserem Landkreis zu haben“, betonte er. Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch würdigte die gute Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf. Im Laufe der Zeit seien auch andere Angebote entstanden, wie die Kindertagesstätte und der Hort, die auch Dießens Familien zugute kämen. Und auch mit den Flüchtlingskindern sei SOS erste Anlaufstelle mit schneller Hilfe und kurzem Dienstweg gewesen.

Zwischen den Reden durften die Besucher sich ein wenig lockern, bei einem Tanz durch 60 Jahre, das vom Kindertanztheater des SOS-Kinderdorfes unter Leitung von Susanne und Roger Kretschmann aufgeführt wurde. Mit Musik von Bill Haley, ABBA, Shakira und Will Smith erzählten die Kinder tanzenderweise Welt- und Kinderdorfgeschichten. Draußen erwartete die Besucher ebenfalls ein buntes Programm mit vielen Spielstationen, Seilbahn und Hüpfburg sowie reichlich Verpflegung und Führungen durchs Dorf.

„Die war eine ganz legere Frau“

In einem Ehemaligencafé tauschten sich die einstigen SOS-Kinderdorf-Mütter und -Kinder über die „alten Zeiten“ aus. Natürlich ist in der Erinnerung an früher vieles besser. So erzählt die heute 65-jährige Birgit Naphausen, eines der ersten Kinder Kinderdorfs, wie sie im Juni 1958 als Viereinhalbjährige nach Dießen kam. Dort wurde sie von ihrer neuen „Mutti“, wie die Kinder ihre Kinderdorfmütter damals nannten, Elisabeth Binsteiner, warm empfangen und zuerst einmal in die Badewanne gesteckt. Binsteiner war die zweite Kinderdorfmutter in Dießen. „Damals waren viele Häuser noch im Aufbau. Unser Haus war niegelnagelneu, wir haben noch die Folien von den Fenstern abgezogen“, erzählt Naphausen.

Petra Newin kam 1972 mit sieben Monaten ins SOS-Kinderdorf. Sie und ihre „Mutti“ Erna Holzheu können sich noch gut entsinnen: Jehan Saddat, die Gattin des damaligen ägyptischen Staatspräsidenten und Ehrenvorsitzende der ägyptischen SOS-Kinderdörfer, besuchte gleich zweimal, 1975 und 1976, das Dießener SOS-Kinderdorf. Gekocht und gegessen wurde im Haus von Erna Holzheu, die sich noch an die lange Tafel, die vielen Gäste und an Frau Saddat persönlich gut erinnert: „Die war eine ganz legere Frau.“

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