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In Jura-Kalkstein hat Anselm Hoppe im vergangenen Jahr die Skulptur „Einklang“ für die Amnmerseerenaden gehauen

Skulptur aus Jura-Kalkstein

Kunstwerk auf Herbergssuche

Dießen - Ein Kunstwerk ist heimatlos. Bis zum 31. März werden Vorschläge für einen möglichen Standort der aus einem 1,4 Tonnen schweren Kalkstein gehauenen Plastik angenommen.

Vor welcher Musikschule, welchem Krankenhaus oder in welchem Park soll sie künftig zu bewundern sein? Für die Ammerseerenaden-Skulptur „Einklang“ des mehrfach preisgekrönten jungen Bildhauers Anselm Hoppe wird jetzt ein Platz in der Fünfseen-Region oder München gesucht. Interessierte Einrichtungen, Vereine oder Gemeinden sind aufgerufen, sich zu melden.

Die Skulptur entstand im vergangenen Sommer während des Klassikfestivals Ammerseerenade, das seit 2014 mit einem Konzertangebot den Ammersee eine Sommerwoche lang umrundet. Die aus Stein gehauene und dabei so zart anmutende Figur vereint Musik und gestaltende Kunst in einem Kunstwerk, umgesetzt von einem aus der Region stammenden Nachwuchskünstler mit handwerklicher Ausbildung.

Die Tiefe der klassischen Musik erfahrbar zu machen in einer Zeit des Wandels und des Umbruchs. Das ist das Anliegen der Ammerseerenade. „In einer so lauten Welt brauchen wir Rückzugsmöglichkeiten, um wieder neue Kraft zu tanken. Dafür steht auch dieses Kunstwerk aus jugendlicher Hand“, kündigt Gisela Detzer, Kuratorin der Festivalausstellung Art & Music 2015, die Herbergssuche an, auf die sich die „Einklang“ nun begibt.

Der Preisträger des renommierten deutschen Handwerkwettbewerbs „Die gute Form“ hat in seine Festivalarbeit 170 Stunden investiert, um aus einem 1,4 Tonnen schweren Jura-Kalkstein ein Kunstwerk zu schaffen. Den Gesteinsblock verdankt Anselm Hoppe der Spezialfirma Gandl Natursteine GmbH in Inning, die ihm das teure Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt hat. Firmengründer Rainer Gandl ist nicht nur ein passionierter Natursteinliebhaber, sondern auch ein Experte in Sachen Gartengestaltung und Freund guter Kunst.

Hoppe arbeitete aus dem edlen Material zwei ineinander verschlungene Notenhälse mit wehenden Notenfahnen aus einer Messinglegierung heraus. „Ich wollte aus dem schweren Stein die Leichtigkeit der Musik hervorheben und dem ganzen Werk auch eine gewisse Dynamik geben. Die Musiknote war die Grundlage zu meiner Werksidee. Denn Musik verbindet, und Musik ist eine einheitliche Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird“, sagt der 24-jährige Bildhauer.

Derzeit ist die Ammerseerenaden-Skulptur auf dem Gelände der Firma Gandl in Inning zu besichtigen. Bis zum 31. März können Vorschläge für einen endgültigen Standort bei der Ammerseerenade eingereicht werden. Die Entscheidung fällt eine unabhängige Jury aus Vertretern von Wirtschaft, Medien, Kultur und Kirche. Im Mai soll die Skulptur dann an dem ausgewählten Platz der Öffentlichkeit feierlich präsentiert werden.

In der Kunst-Jury sitzen unter anderem der Staatssekretär im Bayerischen Sozialministerium, Johannes Hintersberger, der Präsident des Bayerischen Musikrats, Dr. Thomas Goppel, der Münchner Kunstprofessor Werner Kroener, die Kuratorin der Ammerseerenaden-Kunstausstellung, Gisela Detzer, Isabelle Henn, Geschäftsführerin von Sculpture Network, Benediktiner-Bruder Odilo Rahm von der Erzabtei St. Ottilien sowie der Inhaber und Geschäftsführer der Firma Gandl, Rainer Gandl.

Bei der Ammerseerenade 2015 präsentierten im Braunviehstall in Achselschwang zehn Bildhauer aus der Region und München eine Woche lang ihre Arbeiten. Jeden Abend gaben im Braunviehstall zudem junge Talente ein Konzert auf dem roten Steinway-Flügel. Auch in seiner dritten Festivalsaison wird das Klassikfestival Ammerseerenade eine musikalische Landpartie der Extraklasse in der Europametropolregion München bieten. Vom 28. August bis zum 3. September geht es erneut mit einem bunten und spritzigen Klassik-Potpouri rund um den See – vom Bootshaus in die Konzertscheune, vom Klostergarten in den Kuhstall. In diesem Jahr ist die große Kunstausstellung im Braunviehstall in Achselschwang der Malerei gewidmet.

Standort für die Ammerseerenaden-Skulptur gesucht, Vorschläge an info@ammerseernade.de. Einsendeschluss ist der 31. März 2016. Internet: www.Ammerseerenade.de; facebook: Ammerseerenade

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