Brücke, Bänke, Barfußpfad

Dießen - Das Dießener Ammersee-Ufer soll erlebbarer werden. Architekten präsentieren ihre Ideen, die nun im Dialog mit den Bürgern diskutiert werden sollen.

Die Neugestaltung der Seeanlagen wird heuer ein zentrales Thema in Dießen sein. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten Landschaftsarchitektin Ursula Hochrein und Professor Stephan Engelsmann (Architekt und Ingenieur) ihre Ideen zur Neugestaltung der Freianlagen, der sanierungsbedürftigen Ufermauer und der Brücke über den Mühlbach vor, die im Wesentlichen auf den Ergebnissen des Planungswettbewerbs aus dem Jahr 2008 beruhen.

Ziel des Vorentwurfs ist es, den zentralen, befestigten Bereich am Dampfersteg besser an die Ortsmitte und an den Boxler-Park südlich des Mühlbachs anzubinden. Gleichzeitig soll der See erlebbar gemacht werden. Sitzstufen am Wasser, im Bereich der Boxleranlagen mit attraktiven, heimischen Uferstauden durchsetzt, sollen zum Verweilen einladen. Eine neue, sechs Meter breitere Brücke, die auch von Gemeindefahrzeugen befahren werden kann, wird die „Rialtobrücke“ ersetzen, die sich schon häufig, zum Beispiel beim Töpfermarkt, als Engstelle erwies. Außerdem soll die neue Brücke Fußgängern und Radlern gleichermaßen zur Verfügung stehen. Dazu stellte Engelsmann fünf Varianten aus Stahl und Beton vor, deren Kosten zwischen 170 000 Euro (Betonbauweise) bis zu 220 000 Euro (Stahlbauweise) liegen.

Um die Verbindung zur Ortsmitte attraktiver zu gestalten, möchten die Planer das Gespräch mit der Bahn suchen. Die Unterführung soll durch einen Rückbau des unnötigen östlichen Brückenteils (Rampe neben dem Seekiosk) verkürzt und fußgängerfreundlicher werden. Ein Radweg über die Brücke, wie ihn Gemeinderatsmitglied Edgar Maginot (CSU) favorisierte, um unliebsame Begegnungen zwischen flotten Radlern und Spaziergängern zu minimieren, wäre dann allerdings nicht mehr möglich. Denkbar sei dagegen eine separate Radwegverbindung westlich der Gleise, so Engelsmann. Außerdem könnte, so der Vorschlag der Planer, der bereits tiefer liegende südliche Gehwegbereich durch die Unterführung noch weiter vertieft werden, um Höhe zu gewinnen. Die Möglichkeit, bei Hochwasser die nördliche, höhere Gehwegseite durch die Unterführung zu nutzen, soll erhalten bleiben. Der Hauptweg durch die Boxleranlagen soll unter Berücksichtigung des Erhalts der wesentlichen Bäume, für Fußgänger und Radfahrer leicht ausgebaut werden.

Unverändert wird der aufgekieste Bereich beim ADK-Pavillon bleiben. Für die Wege und Sitzstufen ist „Olympia-Mastix“ vorgesehen, eine Oberfläche, die eine Steinchenstruktur bildet. Zur Belebung des Uferbereichs schlugen die Planer lange Bänke, Pfähle für Hängematten und Schwimmdecks vor. Einige Ratsmitglieder wünschten sich Fitnessgeräte oder Tische mit Bänken, die zum Picknick einladen.

Hanni Baur (SPD) schlug einen Barfußpfad beim Kneippbecken vor. Stephan Wilkening (Grüne) wünschte sich mehr Grün und weniger befestigte Uferflächen. „Das ist nicht ganz unproblematisch“, so Engelsmann. Schließlich sei ein wichtiges Ziel des Bauvorhabens die Uferbefestigung.

Die Planung, so Bürgermeister Herbert Kirsch, soll in Kürze auf der Homepage der Gemeinde und bei bevorstehenden Bürgerversammlungen vorgestellt werden.

Ursula Nagl

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