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Im Chorbogen gleich über dem Altar, auf den Pfarrer Josef Kirch ensteiner zeigt, hat sich ein Riss „entwickelt“, ist also größer geworden. Die Standsicherheit des 277 Jahre alten Gotteshauses ist nicht gefährdet, aber Teile des Stucks könnten herabfallen. Bis der Schaden behoben ist, finden die Gottesdienste in der Winterkirche St. Stephan statt. 

Marienmünster

Risse im Stuck: Chorraum bis auf weiteres gesperrt

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Dießen – „Der Schrecken wäre groß, wenn plötzlich Stuckteile von der Decke fielen. Panik könnte ausbrechen“, sagt Dießens Pfarrer Josef Kirchensteiner. Bevor dies passiert, ist der Chorraum des Marienmünsters seit Weihnachten gesperrt. Die Gottesdienste finden ab sofort in der Winterkirche St. Stephan statt.

Einsturzgefahr bestehe nicht, versicherte der Geistliche gestern, aber der Stuck könne bröckeln. „Es hat immer schon Haarrisse gegeben“, sagt Pfarrer Kirchensteiner, der die Pfarrei Maria Himmelfahrt vor etwa eineinhalb Jahren übernommen hat und um das 277 Jahre alte Denkmal weiß. Schon vor sechs Jahren hatte die Kirche für mehrere Monate geschlossen werden müssen, um den Holzwurm aus dem Gebälk zu bringen. Und natürlich „lebt“ auch ein altes Gemäuer. Pfarrer Kirchensteiner und Kirchenpfleger Peter Keck beobachten die Risse, die es gibt, deshalb ganz genau.

Bei einer Routinekontrolle stellte sich heraus, dass sich ein Riss am Chorbogen verändert hat. Die Experten sprechen von „entwickeln“. Zeitgleich probten 50 Kinder für das Krippenspiel in diesem Bereich. Pfarrer Kirchensteiner wollte nichts riskieren und bestellte kurzfristig Statiker, Stuckateur und den Projektmanager des Bistums Augsburg, Thomas Vees, ein. Die Standsicherheit, so versicherten die Experten, sei nicht gefährdet. „Aber wenn aus dem Röschen aus 20 Meter Höhe auch nur ein Stückchen Stuck fällt, wäre der Schrecken groß“, vermutet Kirchensteiner. Und natürlich könne auch eine Person getroffen werden. „Es besteht eine akute Gefährdung für Besucher und Passanten“, so Projektmanager Vees.

Der Chorbogen befindet sich am Übergang vom Kirchenschiff zum Chorraum, in dem auch der Altar steht. Schon die vier Gottesdienste an Weihnachten mussten deshalb improvisiert werden. „Ich habe den Volksaltar vor den Block gestellt. Das war schwierig, wegen der Sicht“, sagt der Pfarrer. Auch das Krippenspiel habe an einen anderen, sicheren Ort in der Kirche verlegt werden müssen. Ab sofort finden die Gottesdienste in der Winterkirche St. Stephan statt. „Weil das Marienmünster nicht beheizt ist, wäre dies vom 15. Januar an sowieso vorgesehen“, erklärt Kirchensteiner. Die Kirchenkonzerte sind von der Sperrung des Chorraumes nicht betroffen, sie finden uneingeschränkt an Silvester und Neujahr statt. Die Kirche bleibt auch geöffnet. Wie und wann saniert wird, ob sogar ein großes Gerüst aufgestellt werden muss, müssen jetzt die Fachleute klären.  grä

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