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Fußgängerzone: Von samstags, 14 Uhr, bis sonntags, 20 Uhr, durfte auf der Mühlstraße nicht geradelt werden.

Verkehr

Fahrverbot in Fußgängerzone gekippt

Radfahrer müssen in der Dießener Fußgängerzone nicht mehr schieben, für E-Bikes gibt es aber ein Durchfahrtverbot.

Dießen – „Mehr Raum für Fußgänger, zum Schauen, Flanieren und Genießen.“ Mit diesem Slogan präsentiert die Gemeinde Dießen ihre temporäre Wochenendfußgängerzone, die sich bis Ende September in der Testphase befindet. In dem Flyer steht auch, dass Radler in dieser Zone schieben müssen. Das nahm der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zurück. Ab Samstag darf in der Fußgängerzone auch geradelt werden.

Zu Beginn der Diskussion betonte Bürgermeister Herbert Kirsch, dass seit Beginn der Testphase vermehrt Bürger auf die Gemeinde zugekommen seien, die sich gegen ein Radl-Verbot ausgesprochen hätten. „In der Testphase können wir den Radlern eine Chance geben“, betonte Kirsch.

„Die schießen sonst ungebremst von oben durch“

Ende September würde dann darüber diskutiert, ob und wie es mit der Fußgängerzone weitergehen solle. Bea von Liel (DB) regte an, den Beginn der Fußgängerzone durch Blumenkübel kenntlich zu machen: „Es gibt Radler, die schießen sonst ungebremst mit einem Affenzahn von oben durch.“ Es müsse klar sein, dass auf der Fußgängerzone auch für Fahrräder Schrittgeschwindigkeit gelte, sagte Hannelore Baur (SPD). E-Bikes mit amtlichem Kennzeichen seien ohnehin nicht durchfahrtberechtigt, ergänzte Thomas Höring (Freie Wähler).

Insbesondere Radl-Touristen hätten kaum Verständnis dafür, dass sie im Bereich der Wochenendfußgängerzone absteigen sollten, sagte Petra Sander (Grüne). Vor allem auch deswegen, in den angrenzenden Seeanlagen das Radfahren erlaubt sei. Gegenwind bekamen die Radl-Befürworter von Michael Behrendt (UBV). Radfahren sei in Fußgängerzonen verkehrsrechtlich verboten, sagte er. Nur das „atypische Radfahren“ sei erlaubt. 

Der Radfahrer dürfe dabei nicht im Sattel sitzen, sondern dürfe, ähnlich wie beim Rollerfahren, bestenfalls einen Fuß auf einem Fahrradpedal haben. Es sei unsinnig, innerhalb der Testphase, die Ende September zu Ende gehe, die Beschilderung nun nochmals zu ändern. Die Mehrheit des Gemeinderats sah dies jedoch anders. Demnach ist das Radfahren in der Wochenendfußgängerzone ab sofort erlaubt, auch wenn es mit der Beschilderung noch eine Weile dauern werde, wie Kirsch sagte.

Von Ursula Nagl

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