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Probesitzen am neuen Arbeitsplatz: Karl Heinz Springer mit Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch (l.) und dem bisherigen Geschäftsleiter Erich Neugebauer.  

Personalwechsel

Probesitzen in Dießen

Dießen - Nach 38 Jahren in der Stadtverwaltung verlässt Geschäftsleiter Karl Heinz Springer die Kreisstadt Richtung Ammersee. Das „Klima“ im Rathaus bekommt ihm nicht mehr. An seinem neuen Arbeitsplatz in Dießen hat er jetzt schon mal probegesessen.

Zu der Zäsur kommt es Anfang nächsten Jahres. Erich Neugebauer geht nach fast 30-jähriger Tätigkeit als Geschäftsleiter der Marktgemeinde Dießen in den Ruhestand. Offiziell Ende März, im Januar räumt er aber bereits den Stuhl für seinen Nachfolger und wird ihm bei der Einarbeitung eng zur Seite stehen. Karl Heinz Springer (54), der neue Geschäftsleiter, kann dabei auf seine fachliche Kompetenz und 38-jährige Erfahrung bei der Stadtverwaltung Starnberg zurückgreifen.

Den beruflichen Sprung vom Starnberger See an den Ammersee findet Springer nicht nur wegen der neuen Aufgabe reizvoll, er ist auch äußerst praktisch. Im Mai vergangenen Jahres war er mit seiner Frau Veronika nach Dießen gezogen. Ammersee-Fan ist Springer schon lange, lebte er vorher schon 27 Jahre in Schondorf, der Heimatgemeinde seiner Frau.

Der Verwaltungsfachmann freut sich, dass er sich jetzt nicht mehr jeden Werktag mit dem Auto nach Starnberg quälen muß, sondern mit dem Radl oder zu Fuß ins Dießener Rathaus kommen kann. Bei seiner Bewerbung mussten Bürgermeister Herbert Kirsch und die Gemeinderäte nicht lange überlegen. Sie sahen es als Glückfall an, dass sich ein solcher Verwaltungsprofi wie Springer beruflich neu orientieren wollte.

Denn im Starnberger Rathaus herrsche seit dem Amtsantritt von Bürgermeisterin Eva John sowohl in der Verwaltung als auch im Stadtrat kein ausgewogenes Betriebsklima mehr, wie sich Springer diplomatisch ausdrückt. Bei ihren beiden Vorgängern Heribert Thalmair (bis 2002) und Ferdinand Pfaffinger (bis 2014) arbeitete sich Springer mit Herzblut durch diverse Abteilungen bis zum allseits geschätzten Geschäftsleiter hoch. Ein Posten, der ihn seit 2004 ausfüllte und den er mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlässt.

Karl Heinz Springer kommt aus Pöcking und begann 1978 im Starnberger Rathaus seine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten. Mit diversen Weiterbildungen wurde er schließlich Verwaltungsbetriebswirt im Höheren Dienst. Im Starnberger Rathaus hat er nahezu alle zentralen Stellen durchlaufen: in der Finanzverwaltung, im Bau-, Standes- oder Kulturamt, als Pressechef und persönlicher Referent der Bürgermeister, schließlich als Geschäftsleiter. Er hatte Personalverantwortung für 300 Mitarbeiter, in Dießen sind es nur 70. Trotzdem wird er dort mehr zu tun haben. Denn in Starnberg gibt es diverse Fachabteilungen, deren Aufgaben am Ammersee in Springers Verantwortung liegen.

Springer freut sich auf die neue Aufgabe und betont, dass die Verwaltung bestens aufgestellt sei. Und das Klima sei ausgesprochen freundlich und kollegial. Mit Wehmut denkt er trotzdem an seine Zeit in Starnberg. Nahezu alle bedauern seinen „klimabedingten“ Wechsel.

Dort wird ihm in den ersten Wochen der bisherige Geschäftsleiter Erich Neugebauer die Übergangszeit mit Rat und Tat erleichtern. Mit seinem neuen Chef, Bürgermeister Herbert Kirsch, kann sich Springer über den gemeinsamen Lieblingsverein TSV 1860 München austauschen und freuen, wenn die Löwen mal wieder ausnahmsweise gewonnen haben. Getreu dem Motto „Einmal Löwe, immer Löwe“ heißt es für Karl Heinz Springer jetzt „Einmal Dießener, immer Dießener“. Er hat nämlich vor, seine berufliche Karriere in der Marktgemeinde zu beenden. Über die Besetzung seiner Stelle in Starnberg ist noch nicht entschieden.

Dieter Roettig

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