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Der Gemeinderat (mit Bürgermeister Josef Lutzenberger, l., im Vordergrund) hatte am Donnerstag mehr als 250 Dampfersteg-Gegner zu Gast im Saal der Verwaltungsschule in Holzhausen.

Utting stellt  sich quer

Utting/Dießen - Mehr als 250 Standortgegner applaudieren dem Gemeinderat für Entscheidung gegen den Bau eines Polizeibootshauses in Holzhausen. Gemeinde will weiter kämpfen, denn eigentlich geht es um einen gemeindefreien Bereich, bei dem Utting gar nicht mitzureden hätte. 

Tosenden Applaus gab es am Donnerstag für den Uttinger Gemeinderat: Das Gremium sprach sich einstimmig gegen den Bau eines Bootshauses für die Polizeiinspektion Dießen am Dampfersteg in Holzhausen aus. Gut 250 Bürger hatten sich zur Sitzung, die in den Saal der Verwaltungsschule verlegt worden war, eingefunden.

Die Bootshausgegner befürchten durch den geplanten Baukörper an der Spitze des Dampferstegs eine massive Störung der Holzhauser Bucht und der historischen Uferlinie (wir berichteten). Den Standpunkt der Bürgerinitiative und des Vereins „Unser Dorf“ durfte Wolf-Dietrich Lüps zu Beginn der Sitzung ausführen: „Wir wollen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln die Realisierung des Bauvorhabens am Holzhauser Dampfersteg verhindern und suchen deshalb den Schulterschluss mit der Gemeinde.“ Auch wenn die Erfolgsaussichten aus rechtlicher Sicht als eher gering einzuschätzen seien, könnte ein Bürgerbegehren noch etwas bewirken. Dies hatte Staatsekretär Gerhard Eck im April signalisiert, als ihm rund 1800 Unterschriften gegen das Vorhaben übergeben worden waren.

Oberregierungsrat Richard Filser (Polizeipräsidium Oberbayern Nord), der die Sichtweise der Behörden darlegte, beteuerte seinerseits, dass alle Standortalternativen erneut geprüft worden seien, darunter auch der Standort in Stegen, der seitens der Seenschifffahrt aus betriebstechnischen Gründen nicht in Frage komme. „Das ist ein Kriterium dem wir uns beugen müssen.“ Die wenigsten Eingriffe in die Natur seien beim Standort Holzhausen notwendig, erklärte Peter Aumann vom Staatliches Bauamt. Und das Gebiet gehöre nicht zu den ökologisch sensiblen Bereichen, sondern sei bereits ein „besonders gestörter Bereich“. „220 Bootshäuser am Ufer des Ammersees und rund 150 Slipanlagen stören das Ufer weit mehr als ein Bootshaus 100 Meter im See.“ Außerdem werde das Bootshaus niedriger als in der bekannten Simulation dargestellt. „Es ist ein etwas ungewöhnliches Objekt, aber das bekommen wir hin.“ Eine weitere Zusammenarbeit mit Bürgern und Gemeinde sei denkbar, andererseits werde ein Nein aus Utting das Verfahren im gemeindefreien Gebiet der Uferzone nicht zwingend aufhalten. „Wir sind da dem Gesetz verpflichtet“, fügte Filser hinzu.

Als „schlichte Blockadehaltung“ bezeichnete Florian Münzer (GAL) den Standpunkt der Seenschifffahrt. Alle Argumente gegen den Standort Stegen seien mit etwas technischem Aufwand zu überwinden. Münzer stellte deshalb den Antrag, der Gemeinderat möge den Standort Holzhausen ablehnen. Unterstützung kam von der CSU. Bereits bei der ersten Vorstellung des Bauvorhabens im im April 2015 sei deutlich geworden, so Fraktionssprecher Carl Sauter, dass die Bevölkerung dies nicht wolle. Das die Behörden keine Standortalternative sehen, müsse die Gemeinde zwar zur Kenntnis nehmen, aber esbleibe die Prüfung von Landschaftsschutz und Baurechts zu untersuchen und die auch die Mitwirkung der Gemeinde sei zu erforschen. Denn durch die landseitige Erschließung im gemeindefreien Gebiet ergebe sich „ein unmittelbares Interesse der Gemeinde Utting“. Außerdem wird der Gemeinerat eine Ausnahmegenehmigung von der Landschaftsschutzgebiete-Verordnung nicht befürworten.

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