Das mehr als neun Meter lange Boot ist im Winter nicht einsatzbereit. Weil es keine Hütte gibt, lagert es im Winter auf einem Trailer.

Polizei beißt auf Granit

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Dießen - Seit 2003 soll eine Bootshütte gebaut werden, groß genug um das große fast neun Meter lange Einsatzfahrzeug der Polizei Dießen im Winter unterzustellen. Nur wo? Überall hagelt es Proteste, aktuell in Holzhausen. 

Seit mehr als zehn Jahren ringt die Wasserschutzpolizei der Polizei Dießen um ein Bootshaus für die Einsatzfahrzeuge. Aus St. Alban wurden sie quasi verjagt (wir berichteten), und seit Holzhausen im Gespräch ist, gibt es auch dort lauten Protest. „Der Baukörper an der Spitze des Dampferstegs bedeutet eine für unsere Seelandschaft völlig untypische Bauweise. Die Holzhauser Bucht wird zerstört“, warnt Florian Münzer, Sprecher der Bürgerinitiative in Holzhausen. Am Donnerstag, 14. Januar, soll der Gemeinderat Utting über modifizierte Pläne entscheiden. Die Sitzung findet aus gegebenen Anlass vor Ort, in der Verwaltungsschule in Holzhausen statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Die Initiative hat bereits zum Protest aufgerufen.

Eine Woche, bevor die Arbeiten 2003 in St. Alban am Neubau wenige hundert Meter entfernt vom alten Standort beginnen sollten, waren auch die Anlieger in St. Alban auch Sturm. Mit Erfolg. Der Protest wiederholte sich 2005, nachdem laut geworden war, dass das Innenministerium 300 000 Euro in den alten Dampfersteg St. Alban investieren wolle. 2006 wurde die alte, 1962 erbaute Bootshütte abgerissen, die für das große, fast neun Meer lange Boot (WSP 7) zu klein war. Die beiden Einsatzfahrzeuge der Wasserschutzpolizei Dießen werden deshalb jeden Herbst auf Trailer geladen und in Stegen beziehungsweise in der Garage der Inspektion untergestellt. Dabei sind beide Boote winterfest, vor allem das große, fast neun Meter lange „WSP 7“. Aber sie sind nicht eisfest und die Polizei ist deshalb im Winter auf dem See nicht präsent.

Auf Bitten der Bürgerinitiative war auch ein Standort auf dem Werftgelände der Seenschifffahrt in Stegen geprüft worden. „Aber es gab gewichtige Gründe der Seenschifffahrt, dies ganz klar abzulehnen“, sagt Michael Siefener, Sprecher des für den Bau zuständigen Innenministeriums. Die Vertreter der Initiative reagierten bitter enttäuscht.

Einen letzten Alternativvorschlag werfen sie dennoch im Vorfeld der Gemeinderatssitzung in den Ring: „Wenn man das Boot sommers und winters in Dießen liegen lassen würde, könnte man Baukosten von fast 400 000 Euro einsparen. Der Liegeplatz in Dießen könnte mit einer pneumatischen Enteisungsanlage ausgestattet und mit einer elektrischen Standheizung versehen werden. So würde das Boot von Eis freigehalten und wäre die geforderten 365 Tage im Jahr einsetzbar. Wirtschaftlich gesehen stehen Bau und Instandhaltung des Bootshauses sowieso im krassen Missverhältnis zu den Anschaffungskosten des Bootes von 150 000 Euro.“ Die Kosten für die vorgeschlagene Lösung und deren Unterhaltung jährlich, nennt Münzer allerdings in seiner Mitteilung noch nicht.

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