Ach Mama! Stefan Meisenzahl ist der Bertl, ein Traum von einem Mann, und Hildegard Zahn gibt seine Mutter Maria, die derb, aber herzlich ist. Foto: Jaksch

Traum von Mann beschert lustigen Theaterabend

Aufkirchen - Volltreffer für die Aufkirchner Dorfbühne. Mit der Komödie „Ein Traum von einem Mann“ von Erfried Smija ist das Ensemble da angekommen, wo es hingehört.

An den Starnberger See, wo es keine Bauernstubn mehr gibt, sondern gelacktes Ambiente. Dort sind die Gschleckerten und Bodenständigen, solche wie Auguste von Weißbach, für deren Tochter Karin der einfache Bertl nichts ist. Weil sie trotzdem vereint sind, wird es hochexplosiv. Erst recht, als die zwei Welten in Form von Mutter und Schwiegermutter aufeinanderprallen. Das Sechspersonenstück, eine Gemeinschaftsproduktion des Ensembles, hat sich gewaschen und die Inszenierung ist mit bestens besetztem Personal und großartiger Maske (Andrea Schwenski), Requisite (Maria Ott) und einem grandiosen Ikea-Bühnenbild (Ludwig Doll) perfekt.

Der Bertl ist eine Paraderolle für Stefan Meisenzahl. Er spielt den Angestellten einer Baufirma zum Niederknien, einen Mann mit Herz, der es allen recht machen will und dabei heftig ins Schleudern kommt. Bertl hat es zum eigenen Häuschen mit Ikea-Schick gebracht, hat entsprechend Schulden und einen ekelhaften Chef. Er fühlt sich als Hanswurst und kippt mit seinem Spezl Peppi seinen Frust mit Wodka runter. Jürgen Schnatterer gibt als Pinselpeppi einen veritablen Kunstmaler und mütterlichen Freund. Allein das Auftaktbesäufnis ist ein Brüller, bei dem Peppi wankend seinen lallenden Freund in den Arm nimmt und ihm rät, einmal richtig Dampf abzulassen und dem Chef die Meinung zu geigen. Gesagt getan - mit Folgen: Berti wird gefeuert, und so muss Karin (Sybille Herb gibt die ehrgeizige, korrekte und brave Tochter) arbeiten gehen und stöckelt fortan übernervös im Businesskostüm durch das taubengraue Wohnzimmer, während Bertl mit Schürze schweißgebadet den Haushalt schmeißt. Dummerweise kommen Mama und Mutti zu Besuch, die eine als aufgebrezelte Schickse mit fünf Koffern plus Beauty-Case, Nase rümpfend gespielt von Monika Norbach. Ihre Gegenspielerin ist schlicht, geerdet, gradlinig, direkt und mit Hildegard Zahn als derb-herzliche Maria bestens besetzt. Beiden wird die Lüge aufgetischt, dass Karin wegen Schwangerschaft nie daheim ist. Woraufhin ein erbarmungsloser Zoff um Ernährungsfragen und Haushaltführung entbrennt. „Mit dem windigen Vogelfutter bringt ma koa Kind auf die Welt sondern an Kanarienvogl!“, schimpft Bertls Mutter.

Es kommt wie es kommen muss. Jede Menge Konfusion, die durch die Tratschn Lilo (Katharina Bauer) so richtig genährt wird. Auch sie eine herrliche Figur, die ihren Kopf nur zum Anmalen hat und der Inbegriff des schlechten Geschmacks ist. Drei Akte lang höchstes Vergnügen nah an der Wirklichkeit und eine begeistert beklatschte Premiere.

Weitere Aufführungen sind am Freitag, 7. November, um 19.30 Uhr zu sehen, Sonntag, 9. November, um 16 Uhr, Freitag, 14., und Samstag, 15. November, um 19.30 Uhr, Sonntag, 16. Novmeber, um 18 Uhr und am Freitag, 21., sowie Samstag, 22. November, um 19.30 Uhr im Gasthof zur Post in Aufkirchen.

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